PT-141
Handelsnamen:Vyleesi
PT-141 (Bremelanotid) ist das einzige zugelassene Medikament, das sexuelles Verlangen über das Gehirn statt über Blutgefäße steigert, in den USA als Vyleesi für Frauen mit HSDD zugelassen.
Fachangaben
Auch bekannt als: Bremelanotid, Bremelanotide, PL-6983
Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-OH (Bremelanotid, 7 AS zyklisch)
Quick Start Guide
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Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist PT-141 und wie wirkt es?
PT-141 (Bremelanotid) ist ein synthetisches zyklisches 7-Aminosäuren-Peptid und Melanocortin-Rezeptor-Agonist. Es aktiviert MC3R und MC4R im Hypothalamus. Rezeptoren, die in neuronalen Kreisläufen für sexuelle Motivation zuständig sind. Entwickelt aus Melanotan II, wurde die Bräunungswirkung entfernt und auf den sexuellen Wirkweg fokussiert. In den USA ist Bremelanotid seit 2019 als Vyleesi® für Frauen mit Hypoaktiver Sexueller Verlust-Störung (HSDD) zugelassen, als erstes nicht-hormonelles Medikament für sexuelles Verlangen beim Menschen.
PT-141 (Bremelanotid) ist ein synthetisches zyklisches 7-Aminosäure-Peptid und Melanocortinrezeptor-Agonist (MC3R, MC4R). Es wurde aus Melanotan II entwickelt. In den USA ist Bremelanotid als Vyleesi zugelassen. In der EU und der Schweiz besteht keine Zulassung.
Wirkungsweise
- Aktiviert MC3R und MC4R im Hypothalamus und limbischen System
- Beeinflusst zentrale Kreisläufe für sexuelle Motivation, nicht periphere Gefäße
- Unterschied zu PDE5-Hemmern (Viagra): wirkt auf Verlangen, nicht auf Erektion/Durchblutung
- HWZ ~2,7 Stunden (subkutan)
- Downstream-Mechanismus: vermutlich Dopamin- und Oxytocin-Wechselwirkungen
PT-141 aktiviert Melanocortinrezeptoren (MC3R, MC4R) im Hypothalamus und limbischen System. Diese Rezeptoren sind in neuronalen Kreisläufen involviert, die mit sexueller Motivation assoziiert werden. Der genaue Signalweg beim Menschen wird noch erforscht, vermutet werden Dopamin- und Oxytocin-Wechselwirkungen als nachgeschaltete Mechanismen.
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „Zentrale Melanocortinsignalisierung“ ist in Humanstudien belegt.
- Der Wirkstoff ist als zugelassenes Medikament bekannt (Vyleesi) und dadurch vergleichsweise gut untersucht.
Spricht dagegen
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
- Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Übelkeit und Flush.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Klinisch validiert für HSDD bei prämenopausalen Frauen (Phase 3):
- Steigerung des sexuellen Verlangens bei Frauen mit HSDD (Phase-3-Studien, USA)
- Wirkung über ZNS, unabhängig von hormonellen Ursachen
- Für Männer: in Phase-2 für psychogene erektile Dysfunktion untersucht
Zentrale Melanocortinsignalisierung
Phase-2/3-Studien (USA) dokumentieren Aktivierung hypothalamischer MC4R-Signalwege bei HSDD-Messwerten. Mechanismus läuft über ZNS, nicht periphere Vasodilation.
Dosierung und Anwendung
Klinisch zugelassene Dosierung (Vyleesi, USA):
- 1,75 mg subkutan 45 Minuten vor sexueller Aktivität
- Nicht täglich, bei Bedarf, max. 1× pro 24 Stunden
- Nicht mehr als 1× pro 24 Stunden
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Klinische Forschung | 1,75 mg s.c. | Bei Bedarf, nicht täglich | Nur unter ärztlicher Aufsicht (USA-Zulassung) |
Anwendungsformen
- Subkutane Injektion (Auto-Injektor im klinischen Setting)
- Intranasal auch möglich (nicht klinisch standardisiert)
- Anwendung 45 Minuten vor dem geplanten Geschlechtsverkehr
- Bei Bedarf, nicht als tägliche Dauertherapie
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
PT-141 hat ein bekanntes Nebenwirkungsprofil aus Phase-3-Studien:
- Übelkeit, häufig (40% der Patientinnen), Hauptgrund für Abbruch
- Flush (Gesichtsrötung, Hitze), häufig
- Vorübergehender Blutdruckanstieg nach Injektion
- Kopfschmerzen
- Hyperpigmentierung bei häufiger Anwendung möglich
Bekannte Nebenwirkungen
- •Übelkeit (häufig)
- •Flush (häufig)
- •Hyperpigmentierung
- •Vorübergehender Blutdruckanstieg
- •Kopfschmerzen
Kontraindikationen
- •Kardiovaskuläre Hochrisikoerkrankungen
- •Hypertonie (unkontrolliert)
- •Kombination mit PDE5-Inhibitoren
Studienlage
PT-141 hat eine moderate Publikationslage, Evidenzniveau B:
- ✅ Zwei Phase-3-RCTs: primäre Endpunkte für HSDD erreicht (Zulassungsgrundlage Vyleesi)
- ✅ Gut charakterisierter ZNS-Wirkweg (MC4R) in präklinischen Studien
- ⚠ Übelkeit als häufige Nebenwirkung limitiert praktische Anwendbarkeit
- ❌ Effektgröße bei Frauen moderat, nicht alle Patientinnen profitieren deutlich
Bremelanotide for the Treatment of Hypoactive Sexual Desire Disorder: Two Randomized Phase 3 Trials
HumanClayton AH, et al. (2019), Obstetrics & Gynecology
Phase-3-Studie dokumentiert primäre Endpunkte für HSDD. Zulassungsgrundlage für Vyleesi (USA).
PubMed →Comprehensive characterization of bremelanotide acetate and its degradants by LC-HRMS/MS and predicting epimerization through computational modelling
In-vitroYuvaraaj VK, et al. (2026), Analytical methods : advancing methods and applications
Diese in-vitro Studie untersuchte die Stabilität und das Abbauverhalten von Bremelanotid mittels LC-HRMS/MS unter Stressbedingungen (sauer, basisch, oxidativ, thermisch, photolytisch). Acht Abbauprodukte wurden identifiz…
PubMed →Goldilocks-Inspired Design of Mid-Size Macrocycles for Selective Targeting of Human Melanocortin Receptors
In-vitroMerlino F, et al. (2026), Journal of medicinal chemistry
Diese Studie untersuchte makrozyklische Peptidanaloga, basierend auf MT-II, SHU-9119 und PG-901, als Liganden für menschliche Melanocortin-Rezeptoren (MC1R, MC3R, MC4R, MC5R). Neue Verbindungen zeigten selektive…
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- 🇺🇸 Als Vyleesi® zugelassen für HSDD bei prämenopausalen Frauen
- 🏅 Nicht auf der WADA-Liste
In den USA als Vyleesi für HSDD zugelassen. In der EU und der Schweiz keine Zulassung. Nicht namentlich auf der WADA-Prohibited-List, eine Einordnung als S4 (Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren) trifft pharmakologisch nicht zu, da PT-141 ein Melanocortin-(MC4R)-Agonist ist.
Melanocortin-Agonist. Nicht auf der WADA-Liste. In den USA als Vyleesi zugelassen (HSDD). Kein Wettkampfverbot.
Labormonitoring für Forschungszwecke
Kurzübersicht: Basis-Blutbild und Blutdruck-Monitoring ausreichend, weil PT-141 ein überschaubares systemisches Sicherheitsprofil hat.
PT-141 (Bremelanotid) kann den Blutdruck kurzzeitig erhöhen (bei vorbestehender Hypertonie besonders relevant).
Allgemeines Sicherheits-Screening.
Allgemeines Sicherheitsmonitoring.
PT-141 (Bremelanotid) ist in den USA für FSIAD zugelassen. In der Deutschland, Österreich und die Schweiz kein zugelassenes Arzneimittel. Monitoring für Forschungskontext.
Häufige Fragen zu PT-141
Ist PT-141 dasselbe wie Melanotan?
Ist PT-141 dasselbe wie Melanotan II?
Wirkt PT-141 auch bei Männern?
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für PT-141 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Melanotan II
Synthetischer nichtselektiver Melanocortin-Agonist. Von BfArM und UK MHRA als gefährlich eingestuft. Erhebliche Sicherheitsbedenken wegen Naevi-Veränderungen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Graubereich mit Warnhinweisen.
DSIP
Neuropeptid, das 1977 aus Kaninchenblut isoliert wurde. In der Forschung auf Schlafarchitektur und Stressachsen-Modulation untersucht. Limitierte Humanstudien.
Semax
Semax ist ein russisches Nootropikum-Peptid, abgeleitet vom ACTH-Fragment 4-10. In der Forschung zeigt es kognitionsfördernde, neuroprotektive sowie antidepressive Eigenschaften.