Melanotan II
Melanotan II regt im Körper die Pigmentbildung an und bräunt die Haut auch ohne Sonne. Die deutsche Arzneimittelbehörde BfArM warnt jedoch ausdrücklich davor, wegen Risiken für Muttermale sowie Herz und Kreislauf.
Fachangaben
Auch bekannt als: MT-II, MT2
Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-OH (7 AS zyklisch)
Quick Start Guide
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Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Melanotan II und wie wirkt es?
Melanotan II (MT-II) ist ein synthetisches zyklisches 7-Aminosäuren-Peptid und nichtselektiver Agonist aller fünf Melanocortin-Rezeptoren (MC1R–MC5R). Ursprünglich an der Universität Arizona entwickelt, um Hautkrebs durch Aktivierung der Melanogenese ohne UV-Exposition zu verhindern. Das Projekt wurde nie zur Zulassung geführt. MT-II ist kein zugelassenes Medikament. Das deutsche BfArM und die britische MHRA haben explizite Warnungen herausgegeben, weil Berichte über Veränderungen an melanozytären Muttermalen und kardiovaskuläre Ereignisse eingegangen sind.
Melanotan II ist ein synthetisches zyklisches 7-Aminosäure-Peptid und nichtselektiver Melanocortinrezeptor-Agonist (MC1R-MC5R). Es wurde in den 1980ern an der Universität Arizona entwickelt. Das BfArM und die britische MHRA haben explizite Warnungen herausgegeben aufgrund von Berichten über melanozytäre Naevi-Veränderungen. Kein zugelassenes Arzneimittel.
Wirkungsweise
- Aktiviert nichtselektiv alle Melanocortin-Rezeptoren (MC1R–MC5R)
- MC1R: Melanogenese. Haut bräunt sich ohne UV
- MC4R: Zentrale Kreisläufe, sexuelle Erregung (Nebeneffekt)
- MC2R: ACTH-ähnlich. Nebennieren-Stimulation
- Nichtselektive Aktivierung = breites Nebenwirkungsspektrum
Melanotan II aktiviert nichtselektiv alle Melanocortinrezeptoren (MC1R-MC5R). MC1R-Aktivierung stimuliert Melanogenese. MC4R-Aktivierung beeinflusst zentrale Kreisläufe. Die nichtselektive Aktivierung erklärt das breite Nebenwirkungsspektrum.
Spricht dafür
- Der Wirkstoff ist Gegenstand aktiver Forschung.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Dokumentierte Effekte, neben problematischen Sicherheitssignalen:
- Melanogenese: Haut wird dunkler ohne Sonnenexposition (MC1R)
- Sexuelle Erregung als Nebeneffekt (MC4R). Ursprung von PT-141-Entwicklung
Melanogenese
Dokumentierter Effekt auf Melanin-Produktion via MC1R. Gleichzeitig wurden Berichte über atypische Naevi-Veränderungen publiziert, zentrales Sicherheitsbedenken.
Dosierung und Anwendung
Es gibt keine empfohlene Humandosis, das BfArM rät von jeder Anwendung ab:
- ⚠ Typisch in Selbstexperimenten: 0,25–1,0 mg subkutan täglich
- ⚠ Einschleichen mit 0,1–0,25 mg empfohlen wegen starker Übelkeit
- Kein validiertes Protokoll, jede Dosierung ist experimentell
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Forschung (nur streng kontrolliert) | Keine empfohlene Dosis | N/A | BfArM-Warnung, von jeglicher Anwendung wird abgeraten |
Anwendungsformen
- Subkutane Injektion oder intranasal
- Lyophilisiertes Pulver, Rekonstitution nötig
- Kühlkettenpflichtig
- Anwendung nicht empfohlen, behördliche Warnungen beachten
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Melanotan II hat das ernsthafteste Risikoprofil aller Peptide in dieser Kategorie:
- Übelkeit, sehr häufig, oft stark nach Injektion
- Gesichtsrötung (Flush), Erbrechen
- Atypische Veränderungen an Muttermalen. BfArM-Warnung wegen Melanomrisiko
- Erhöhter Blutdruck, kardiovaskuläre Ereignisse gemeldet
- Hyperpigmentierung an ungewünschten Stellen
Bekannte Nebenwirkungen
- •Übelkeit (sehr häufig)
- •Erbrechen
- •Gesichtsrötung
- •Atypische Naevi-Veränderungen (Sicherheitswarnung!)
- •Erhöhter Blutdruck
Kontraindikationen
- •Jede Anwendung außerhalb streng kontrollierter Forschung aufgrund behördlicher Warnungen kritisch
- •Familienanamnese Melanom
- •Kardiovaskuläre Erkrankungen
Studienlage
Melanotan II hat eine breite Publikationslage, Evidenzniveau C:
- ✅ Melanogenese-Effekt dokumentiert (MC1R-Mechanismus klar)
- ⚠ Berichte über Naevi-Veränderungen in Fallberichten und Behördenmeldungen
- ⚠ Kardiovaskuläre Nebenwirkungen gemeldet
- ❌ Nie als Arzneimittel entwickelt, keine Phase-3-Studien
- ❌ Nicht-selektive Rezeptoraktivierung macht saubere klinische Entwicklung schwierig
"Mary thinks that John thinks that…" Developmental change and individual stability in attributing second-order mental states in 5 to 7-year-olds
HumanBiałecka M, et al. (2026), Journal of experimental child psychology
Diese Humanstudie untersucht die Entwicklung und Stabilität des Verständnisses komplexer mentaler Zustände (Second-Order Theory of Mind) bei 5- bis 7-jährigen Kindern.
PubMed →Synthetic melanotropic peptide initiates erections in men with psychogenic erectile dysfunction: double-blind, placebo controlled crossover study
HumanWessells H, et al. (1998), Journal of Urology
Crossover-Studie: Melanotan-II induziert Erektionen bei Männern mit psychogener erektiler Dysfunktion via Melanocortin-Rezeptor-Aktivierung. Sicherheitsbedenken waren zu diesem Zeitpunkt nicht vollständig bekannt.
PubMed →Functional delivery of commercially-available microRNA mimics to the organs of developing mice
TierWillen S, et al. (2026), RNA (New York, N.Y.)
Eine Tierstudie untersuchte die Organverteilung und Funktionalität kommerzieller MikroRNA-Mimika (miR-497a-5p) bei Mäusen. Erfolgreiche Leberlieferung reduzierte Zielgene, zeigte aber Hepatotoxizität. Optimierungsbedarf.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- 🇬🇧 UK MHRA: explizite Warnung und Einstufung als illegales Medikament
- 🏅 Nicht namentlich auf der WADA-Liste, aber als nicht zugelassener Wirkstoff unter S0 zu allen Zeiten verboten. Keine TUE möglich.
BfArM-Warnung vorhanden. UK MHRA: explizite Warnung. Nicht zugelassen. Behördliche Sicherheitsbedenken wegen Naevi-Veränderungen und kardiovaskulärer Ereignisse.
Kein zugelassenes Arzneimittel weltweit. Fällt unter S0 bei WADA-konformen Verbänden. BfArM-Warnung. Erhebliche Sicherheitsbedenken.
Labormonitoring für Forschungszwecke
Kurzübersicht: Hautveränderungen (Nevi) beobachten. Leberwerte und CBC dienen als Sicherheits-Basis.
Melanotan-2 stimuliert Melanogenese. Bestehende Nevi (Muttermale) können sich verändern. Eine jährliche dermatologische Kontrolle wird empfohlen.
Allgemeines Sicherheits-Screening.
Hepatotoxizität ist ein berichtetes Sicherheitsbedenken bei Melanotan-2. Leberwerte zur Überwachung.
Melanotan-2 ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht zugelassen. Berichte über Nebenwirkungen (Nausea, Hyperpigmentierung, Priapismus) stammen aus Anwenderberichten, kontrollierte Humanstudien fehlen.
Häufige Fragen zu Melanotan II
Warum warnt das BfArM vor Melanotan II?
Ist PT-141 sicherer als Melanotan II?
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Melanotan II sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
PT-141
Vyleesi
Melanocortinrezeptor-Agonist (MC3R/MC4R). Als Vyleesi (Bremelanotid) in den USA für HSDD bei prämenopausalen Frauen zugelassen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Graubereich.
Semax
Semax ist ein russisches Nootropikum-Peptid, abgeleitet vom ACTH-Fragment 4-10. In der Forschung zeigt es kognitionsfördernde, neuroprotektive sowie antidepressive Eigenschaften.
Selank
Selank ist ein anxiolytisches (angstlösendes) Peptid, das vom körpereigenen Tuftsin abgeleitet ist und in Russland als Arzneimittel gegen Angststörungen und Stress zugelassen ist.