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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Gehirn & Kognition

Melanotan II

Melanotan II regt im Körper die Pigmentbildung an und bräunt die Haut auch ohne Sonne. Die deutsche Arzneimittelbehörde BfArM warnt jedoch ausdrücklich davor, wegen Risiken für Muttermale sowie Herz und Kreislauf.

VorklinischDE, AT, CH: Grauzone#75Rang 75 von 8021/100
AnwendungSubkutan (s.c.), Intranasal
Typische Dosis0,25–1,0 mg/Tag
Halbwertszeit~1–2 Stunden (subkutan)
PubMed-Studien4531+
Fachangaben

Auch bekannt als: MT-II, MT2

Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-OH (7 AS zyklisch)

Quick Start Guide

Subkutan
0,25–1,0 mg täglich (Aufbauphase), danach 1–2 mg wöchentlich (Erhaltung)
Wie oft
1× täglich (Aufbauphase), später 1–2× wöchentlich (Erhaltung)
Unter die Haut, Injektionsstelle wechseln
Zeitpunkt
Abends (Übelkeit verschläft sich), nüchtern.
Wirkung ab wann
Bräunung mit UV-Exposition nach 7–10 Tagen, sexuelle Effekte nach 2–4 Stunden
Lagerung
Pulver bei −20 °C, angemischt bei 2–8 °C und innerhalb 1–2 Wochen aufbrauchen
8 Wochen Aufbauphase, danach Erhaltung nach Bedarf.
Pause danach
Pigmentierung hält 1–3 Monate. Dermatologische Vor- und Nachkontrolle dringend empfohlen.
~1–2 Stunden (subkutan)
S0 / unklar
Intranasale Anwendung ist beschrieben, belastbare Kurzwerte dazu fehlen. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Melanotan II und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Melanotan II (MT-II) ist ein synthetisches zyklisches 7-Aminosäuren-Peptid und nichtselektiver Agonist aller fünf Melanocortin-Rezeptoren (MC1R–MC5R). Ursprünglich an der Universität Arizona entwickelt, um Hautkrebs durch Aktivierung der Melanogenese ohne UV-Exposition zu verhindern. Das Projekt wurde nie zur Zulassung geführt. MT-II ist kein zugelassenes Medikament. Das deutsche BfArM und die britische MHRA haben explizite Warnungen herausgegeben, weil Berichte über Veränderungen an melanozytären Muttermalen und kardiovaskuläre Ereignisse eingegangen sind.

Melanotan II ist ein synthetisches zyklisches 7-Aminosäure-Peptid und nichtselektiver Melanocortinrezeptor-Agonist (MC1R-MC5R). Es wurde in den 1980ern an der Universität Arizona entwickelt. Das BfArM und die britische MHRA haben explizite Warnungen herausgegeben aufgrund von Berichten über melanozytäre Naevi-Veränderungen. Kein zugelassenes Arzneimittel.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Aktiviert nichtselektiv alle Melanocortin-Rezeptoren (MC1R–MC5R)
  • MC1R: Melanogenese. Haut bräunt sich ohne UV
  • MC4R: Zentrale Kreisläufe, sexuelle Erregung (Nebeneffekt)
  • MC2R: ACTH-ähnlich. Nebennieren-Stimulation
  • Nichtselektive Aktivierung = breites Nebenwirkungsspektrum

Melanotan II aktiviert nichtselektiv alle Melanocortinrezeptoren (MC1R-MC5R). MC1R-Aktivierung stimuliert Melanogenese. MC4R-Aktivierung beeinflusst zentrale Kreisläufe. Die nichtselektive Aktivierung erklärt das breite Nebenwirkungsspektrum.

Spricht dafür

  • Der Wirkstoff ist Gegenstand aktiver Forschung.

Spricht dagegen

  • Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Dokumentierte Effekte, neben problematischen Sicherheitssignalen:

  • Melanogenese: Haut wird dunkler ohne Sonnenexposition (MC1R)
  • Sexuelle Erregung als Nebeneffekt (MC4R). Ursprung von PT-141-Entwicklung
BfArM-Warnung: Berichte über atypische Veränderungen an Muttermalen und potenziell erhöhtes Melanomrisiko. Von jeglicher Anwendung wird abgeraten.

Melanogenese

VorklinischHuman

Dokumentierter Effekt auf Melanin-Produktion via MC1R. Gleichzeitig wurden Berichte über atypische Naevi-Veränderungen publiziert, zentrales Sicherheitsbedenken.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Es gibt keine empfohlene Humandosis, das BfArM rät von jeder Anwendung ab:

  • ⚠ Typisch in Selbstexperimenten: 0,25–1,0 mg subkutan täglich
  • ⚠ Einschleichen mit 0,1–0,25 mg empfohlen wegen starker Übelkeit
  • Kein validiertes Protokoll, jede Dosierung ist experimentell
Das BfArM warnt ausdrücklich vor der Anwendung. Kein sicheres Dosierungsschema bekannt.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Forschung (nur streng kontrolliert)Keine empfohlene DosisN/ABfArM-Warnung, von jeglicher Anwendung wird abgeraten
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Subkutane Injektion oder intranasal
  • Lyophilisiertes Pulver, Rekonstitution nötig
  • Kühlkettenpflichtig
  • Anwendung nicht empfohlen, behördliche Warnungen beachten
Subkutan (s.c.)Intranasal

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Melanotan II hat das ernsthafteste Risikoprofil aller Peptide in dieser Kategorie:

  • Übelkeit, sehr häufig, oft stark nach Injektion
  • Gesichtsrötung (Flush), Erbrechen
  • Atypische Veränderungen an Muttermalen. BfArM-Warnung wegen Melanomrisiko
  • Erhöhter Blutdruck, kardiovaskuläre Ereignisse gemeldet
  • Hyperpigmentierung an ungewünschten Stellen
BfArM und UK MHRA haben explizite Sicherheitswarnungen herausgegeben. Bei Familienanamnese für Melanom absolut kontraindiziert.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Übelkeit (sehr häufig)
  • Erbrechen
  • Gesichtsrötung
  • Atypische Naevi-Veränderungen (Sicherheitswarnung!)
  • Erhöhter Blutdruck

Kontraindikationen

  • Jede Anwendung außerhalb streng kontrollierter Forschung aufgrund behördlicher Warnungen kritisch
  • Familienanamnese Melanom
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen

Studienlage

Einfach erklärt

Melanotan II hat eine breite Publikationslage, Evidenzniveau C:

  • ✅ Melanogenese-Effekt dokumentiert (MC1R-Mechanismus klar)
  • ⚠ Berichte über Naevi-Veränderungen in Fallberichten und Behördenmeldungen
  • ⚠ Kardiovaskuläre Nebenwirkungen gemeldet
  • ❌ Nie als Arzneimittel entwickelt, keine Phase-3-Studien
  • ❌ Nicht-selektive Rezeptoraktivierung macht saubere klinische Entwicklung schwierig

"Mary thinks that John thinks that…" Developmental change and individual stability in attributing second-order mental states in 5 to 7-year-olds

Human

Białecka M, et al. (2026), Journal of experimental child psychology

Diese Humanstudie untersucht die Entwicklung und Stabilität des Verständnisses komplexer mentaler Zustände (Second-Order Theory of Mind) bei 5- bis 7-jährigen Kindern.

PubMed →

Synthetic melanotropic peptide initiates erections in men with psychogenic erectile dysfunction: double-blind, placebo controlled crossover study

Human

Wessells H, et al. (1998), Journal of Urology

Crossover-Studie: Melanotan-II induziert Erektionen bei Männern mit psychogener erektiler Dysfunktion via Melanocortin-Rezeptor-Aktivierung. Sicherheitsbedenken waren zu diesem Zeitpunkt nicht vollständig bekannt.

PubMed →

Functional delivery of commercially-available microRNA mimics to the organs of developing mice

Tier

Willen S, et al. (2026), RNA (New York, N.Y.)

Eine Tierstudie untersuchte die Organverteilung und Funktionalität kommerzieller MikroRNA-Mimika (miR-497a-5p) bei Mäusen. Erfolgreiche Leberlieferung reduzierte Zielgene, zeigte aber Hepatotoxizität. Optimierungsbedarf.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • 🇬🇧 UK MHRA: explizite Warnung und Einstufung als illegales Medikament
  • 🏅 Nicht namentlich auf der WADA-Liste, aber als nicht zugelassener Wirkstoff unter S0 zu allen Zeiten verboten. Keine TUE möglich.
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

BfArM-Warnung vorhanden. UK MHRA: explizite Warnung. Nicht zugelassen. Behördliche Sicherheitsbedenken wegen Naevi-Veränderungen und kardiovaskulärer Ereignisse.

Im SportWADA: S0 / unklar

Kein zugelassenes Arzneimittel weltweit. Fällt unter S0 bei WADA-konformen Verbänden. BfArM-Warnung. Erhebliche Sicherheitsbedenken.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Labormonitoring für Forschungszwecke

Kurzübersicht: Hautveränderungen (Nevi) beobachten. Leberwerte und CBC dienen als Sicherheits-Basis.

Zeitplan:Vor Beginn->Nach 4 Wochen
Essentiell
Dermatologische Kontrolle
Dermatoskopie / Hautscreen (kein Labortest)

Melanotan-2 stimuliert Melanogenese. Bestehende Nevi (Muttermale) können sich verändern. Eine jährliche dermatologische Kontrolle wird empfohlen.

Zeitpunkt: Vor Beginn, nach 3–6 Monaten
Empfohlen
Großes Blutbild

Allgemeines Sicherheits-Screening.

Zeitpunkt: Baseline
Leberwerte
ALT, AST, GGT

Hepatotoxizität ist ein berichtetes Sicherheitsbedenken bei Melanotan-2. Leberwerte zur Überwachung.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4 WochenRichtwert: ALT/AST < 35 U/l

Melanotan-2 ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht zugelassen. Berichte über Nebenwirkungen (Nausea, Hyperpigmentierung, Priapismus) stammen aus Anwenderberichten, kontrollierte Humanstudien fehlen.

Häufige Fragen zu Melanotan II

Warum warnt das BfArM vor Melanotan II?
Das BfArM hat Melanotan II aufgrund von Berichten über Veränderungen an melanozytären Naevi, potenziell erhöhtem Melanomrisiko und kardiovaskulären unerwünschten Ereignissen gewarnt. Es ist kein zugelassenes Arzneimittel.
Ist PT-141 sicherer als Melanotan II?
Ja. PT-141 ist ein selektiverer MC3R/MC4R-Agonist ohne die MC1R-Bräunungswirkung. Es wurde klinisch als Arzneimittel entwickelt (Vyleesi) und hat klare Phase-3-Daten. Melanotan II aktiviert alle fünf MC-Rezeptoren nichtselektiv, daher viel breiter wirksam und riskanter.
Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Melanotan II sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,1–0,5 mg
niedrig · 0,1 mghoch · 0,5 mg
Frequenz: Täglich (Ladephase)
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration3,33 mg/ml
Abzug3 U
020406080100U3.00 U0.030 ml
10 mg Vial + 3 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,1 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema5 Phasen
Zyklus: 8 Wochen Loading, danach Erhaltung nach Bedarf.
Loading-Phase: 8 Wochen tägliche Injektion. Erhaltung: 1–2× pro Woche.
Zum Protokoll
Fact Sheet

Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent

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