Melanotan II
Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-OH (7 AS zyklisch)
Auch bekannt als: MT-II, MT2
Synthetischer nichtselektiver Melanocortin-Agonist. Von BfArM und UK MHRA als gefährlich eingestuft. Erhebliche Sicherheitsbedenken wegen Naevi-Veränderungen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Graubereich mit Warnhinweisen.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Melanotan II regt im Körper die Pigmentbildung an und bräunt die Haut auch ohne Sonne. Die deutsche Arzneimittelbehörde BfArM warnt jedoch ausdrücklich davor — wegen Risiken für Muttermale sowie Herz und Kreislauf.
Auf einen Blick
Vor- & Nachteile
Spricht dafür
- Der Wirkstoff ist Gegenstand aktiver Forschung.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
- Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Übelkeit und Erbrechen.
Mehr im Detail — zum Aufklappen
Was ist Melanotan II?Melanotan II (MT-II) ist ein synthetisches zyklisches 7-Aminosäuren-Peptid und nichtselektiver Agonist…
Melanotan II (MT-II) ist ein synthetisches zyklisches 7-Aminosäuren-Peptid und nichtselektiver Agonist aller fünf Melanocortin-Rezeptoren (MC1R–MC5R). Ursprünglich an der Universität Arizona entwickelt, um Hautkrebs durch Aktivierung der Melanogenese ohne UV-Exposition zu verhindern. Das Projekt wurde nie zur Zulassung geführt. MT-II ist kein zugelassenes Medikament. Das deutsche BfArM und die britische MHRA haben explizite Warnungen herausgegeben, weil Berichte über Veränderungen an melanozytären Muttermalen und kardiovaskuläre Ereignisse eingegangen sind.
Wie wirkt es?Aktiviert nichtselektiv alle Melanocortin-Rezeptoren (MC1R–MC5R)
- ■Aktiviert nichtselektiv alle Melanocortin-Rezeptoren (MC1R–MC5R)
- ■MC1R: Melanogenese — Haut bräunt sich ohne UV
- ■MC4R: Zentrale Kreisläufe — sexuelle Erregung (Nebeneffekt)
- ■MC2R: ACTH-ähnlich — Nebennieren-Stimulation
- ■Nichtselektive Aktivierung = breites Nebenwirkungsspektrum
Was kann es bewirken?Dokumentierte Effekte — neben problematischen Sicherheitssignalen:
Dokumentierte Effekte — neben problematischen Sicherheitssignalen:
- ■Melanogenese: Haut wird dunkler ohne Sonnenexposition (MC1R)
- ■Sexuelle Erregung als Nebeneffekt (MC4R) — Ursprung von PT-141-Entwicklung
BfArM-Warnung: Berichte über atypische Veränderungen an Muttermalen und potenziell erhöhtes Melanomrisiko. Von jeglicher Anwendung wird abgeraten.
Wie viel wird verwendet?Es gibt keine empfohlene Humandosis — das BfArM rät von jeder Anwendung ab:
Es gibt keine empfohlene Humandosis — das BfArM rät von jeder Anwendung ab:
- ■⚠ Typisch in Selbstexperimenten: 0,25–1,0 mg subkutan täglich
- ■⚠ Einschleichen mit 0,1–0,25 mg empfohlen wegen starker Übelkeit
- ■Kein validiertes Protokoll — jede Dosierung ist experimentell
Das BfArM warnt ausdrücklich vor der Anwendung. Kein sicheres Dosierungsschema bekannt.
Wie wird es angewendet?Subkutane Injektion oder intranasal
- ■Subkutane Injektion oder intranasal
- ■Lyophilisiertes Pulver, Rekonstitution nötig
- ■Kühlkettenpflichtig
- ■Anwendung nicht empfohlen — behördliche Warnungen beachten
Gibt es Risiken?Melanotan II hat das ernsthafteste Risikoprofil aller Peptide in dieser Kategorie:
Melanotan II hat das ernsthafteste Risikoprofil aller Peptide in dieser Kategorie:
- ■Übelkeit — sehr häufig, oft stark nach Injektion
- ■Gesichtsrötung (Flush), Erbrechen
- ■Atypische Veränderungen an Muttermalen — BfArM-Warnung wegen Melanomrisiko
- ■Erhöhter Blutdruck, kardiovaskuläre Ereignisse gemeldet
- ■Hyperpigmentierung an ungewünschten Stellen
BfArM und UK MHRA haben explizite Sicherheitswarnungen herausgegeben. Bei Familienanamnese für Melanom absolut kontraindiziert.
Ist es erlaubt?🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone — kein zugelassenes Arzneimittel; Verkauf üblich als Forschungsc…
- ■🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone — kein zugelassenes Arzneimittel; Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- ■🇬🇧 UK MHRA: explizite Warnung und Einstufung als illegales Medikament
- ■🏅 Nicht auf der WADA-Liste
Was sagen Studien?Melanotan II hat ~380 PubMed-Einträge, Evidenzniveau C:
Melanotan II hat ~380 PubMed-Einträge, Evidenzniveau C:
- ■✅ Melanogenese-Effekt dokumentiert (MC1R-Mechanismus klar)
- ■⚠ Berichte über Naevi-Veränderungen in Fallberichten und Behördenmeldungen
- ■⚠ Kardiovaskuläre Nebenwirkungen gemeldet
- ■❌ Nie als Arzneimittel entwickelt — keine Phase-3-Studien
- ■❌ Nicht-selektive Rezeptoraktivierung macht saubere klinische Entwicklung schwierig
Häufige Fragen
Warum warnt das BfArM vor Melanotan II?
Ist PT-141 sicherer als Melanotan II?
Forschungsstand & Ranking
Tools & Ressourcen
Nächste Schritte
Wirkung, Dosierung & Risikoprofil von Melanotan II gelesen.
Individuelle Dosierung auf Basis von Körpergewicht & Protokoll ermitteln.
Bakteriostatisches Wasser & Konzentration für die Rekonstitution berechnen.
PT-141
Vyleesi
Melanocortinrezeptor-Agonist (MC3R/MC4R). Als Vyleesi (Bremelanotid) in den USA für HSDD bei prämenopausalen Frauen zugelassen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Graubereich.
Semax
Semax ist ein russisches Nootropikum-Peptid, das vom ACTH-Fragment 4-10 abgeleitet ist und kognitionsfördernde, neuroprotektive sowie antidepressive Eigenschaften zeigt.
Selank
Selank ist ein anxiolytisches (angstlösendes) Peptid, das vom körpereigenen Tuftsin abgeleitet ist und in Russland als Arzneimittel gegen Angststörungen und Stress zugelassen ist.