NAP-Peptid
NAP (Davunetide) ist ein sehr kurzes Eiweißbruchstück, das die innere „Stützstruktur" von Nervenzellen stabilisiert. In Tierversuchen schützte es Nervenzellen sehr stark, eine große Studie am Menschen brachte jedoch nicht den erhofften Erfolg.
Fachangaben
Auch bekannt als: NAP, AL-208, NAPVSIPQ, Davunetide
Asn-Ala-Pro-Val-Ser-Ile-Pro-Gln (Oktapeptid, ADNP-Fragment)
Auf einen Blick
Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist NAP-Peptid und wie wirkt es?
NAP (NAPVSIPQ, Davunetide) ist ein 8-Aminosäuren-Fragment des ADNP-Proteins (Activity-Dependent Neuroprotective Protein), das essentiell für die Gehirnentwicklung ist. ADNP-Mutationen verursachen das ADNP-Syndrom (Autismusspektrum-Erkrankung). NAP wurde als neuroprotektiver Wirkstoff entwickelt und wirkt im Femtomolarbereich, ungewöhnlich hohe Potenz für ein Peptid. Allon Therapeutics testete es als "Davunetide" intranasal in einer Phase-2/3-Studie bei progressiver supranukleärer Paralyse (PSP), sie scheiterte 2012 am primären Endpunkt.
NAP (NAPVSIPQ) ist ein Oktapeptid aus dem Activity-Dependent Neuroprotective Protein (ADNP), einem Zinkfingerprotein, das essentiell für Gehirnentwicklung ist. ADNP-Mutationen verursachen das ADNP-Syndrom (Helsmoortel-Van der Aa), eine Autismusspektrum-Störung. In vitro und in Tiermodellen zeigt NAP außergewöhnliche neuroprotektive Wirkung bei Alzheimer-ähnlichen Pathologien, TBI, Schlaganfall und Schizophrenie. Davunetide (intranasale NAP-Formulierung, Allon Therapeutics) scheiterte 2012 in einer Phase-2/3-Studie bei progressiver supranukleärer Paralyse (PSP) am primären Endpunkt.
Wirkungsweise
- Stabilisiert Mikrotubuli direkt (bindet an Tubulin)
- Hemmt Tau-Hyperphosphorylierung (Alzheimer-Pathologie)
- Schützt axonalen Transport vor oxidativem Stress
- Hemmt Apoptose durch Bcl-2-Hochregulation
- Aktiviert SIRT1 und hemmt GSK-3β
NAP interagiert direkt mit Tubulin und stabilisiert Mikrotubuli. Grundlage der neuroprotektiven Wirkung. Es hemmt Tau-Hyperphosphorylierung (Alzheimer-Pathologie), schützt vor oxidativem Stress, fördert axonalen Transport und hemmt Apoptose über Bcl-2-Hochregulation. Zudem aktiviert NAP SIRT1 und hemmt GSK-3β.
Spricht dafür
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
In Tiermodellen außergewöhnliche Neuroprotektion, beim Menschen enttäuschend:
- Neuroprotektive Wirkung im Femtomolarbereich in vitro und in Tiermodellen
- Reduktion von Tau-Pathologie in Alzheimer-Tiermodellen
- Verbesserung kognitiver Defizite in multiplen Tiermodellen
- Klinische Studien: verträglich, aber PSP-Phase-3 am primären Endpunkt gescheitert
Neuroprotektion
Extrem potente neuroprotektive Wirkung in vitro und in Tiermodellen (fM-Konzentrationen aktiv).
PubMed-Quelle →Tau-Hemmung
Reduziert Tau-Hyperphosphorylierung in Alzheimer-Tiermodellen.
Kognitionsförderung (Tier)
Verbessert Lernen und Gedächtnis in mehreren Tiermodellen kognitiver Beeinträchtigung.
Dosierung und Anwendung
Aus der gescheiterten klinischen Studie:
- Davunetide-Phase-3: 30 mg täglich intranasal
- Niedrigere Dosen (5–15 mg) in Forschungsprotokollen
- HWZ ~2 Stunden intranasal
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Klinische Studie (PSP) | 30 mg | Täglich intranasal | Aus Phase-2/3-Davunetide-Studie (gescheitert am Endpunkt) |
Anwendungsformen
- Intranasal als Spray (primärer Weg in klinischen Studien)
- Intravenös in einigen Studien
- Intranasal: direkte ZNS-Aufnahme über olfaktorischen Transport
- In klinischen Studien sehr gut verträglich
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
NAP zeigte in klinischen Studien ein sehr gutes Sicherheitsprofil:
- Nasale Reizung bei intranasaler Anwendung (gelegentlich)
- In klinischen Studien: keine schwerwiegenden Nebenwirkungen
- Sehr gut verträglich in Phase-2/3 (n>200 Patienten)
Bekannte Nebenwirkungen
- •Nasale Reizung bei intranasaler Anwendung
- •In klinischen Studien sehr gut verträglich
- •Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet
Kontraindikationen
- •Bekannte Überempfindlichkeit
Studienlage
NAP-Peptid hat eine moderate Publikationslage, Evidenzniveau C:
- ✅ PNAS 1999: NAP schützt neuronale Kulturen im Femtomolarbereich, ungewöhnlich hohe Potenz
- ✅ In Alzheimer-, TBI- und Schlaganfall-Tiermodellen stark neuroprotektiv
- ✅ Phase-3 Sicherheitsdaten: sehr gut verträglich
- ❌ Phase-2/3 bei PSP: primärer Endpunkt (kognitive/funktionelle Skalen) nicht erreicht
- ⚠ Mögliche Erklärungen: falsche Indikation, kurze Studiendauer, unzureichende Dosis
Do power naps save sleepiness? Cognitive benefits of brief sleep during a 100 miles ultramarathon
HumanBourlois V, et al. (2026), Sleep medicine
Eine Humanstudie mit Ultramarathonläufern zeigte, dass kurze Nickerchen die subjektive Schläfrigkeit sofort reduzierten und die kognitive Wachsamkeit verzögert verbesserten, ohne die Rennzeit zu beeinträchtigen.
PubMed →Relationship of school shifts with sleep patterns and quality, daytime sleepiness, and attention in adolescents living in areas with different urbanization levels
HumanBessa ZCM, et al. (2026), Chronobiology international
Humanstudie an 159 Jugendlichen: Frühe Schulstarts beeinflussen Schlaf-Wach-Zyklen stark, verursachen kürzeren Schlaf und höhere Tagesmüdigkeit, unabhängig vom Urbanisierungsgrad. Schulschicht beeinflusste Aufmerksamkeit…
PubMed →Sleep consolidation of social memories and common ground
HumanQiu Y, et al. (2026), Cognition
Diese Humanstudie untersuchte den Einfluss von Schlaf auf soziale Erinnerungen und Kommunikation. Sie zeigte verbesserte Gedächtnisgenauigkeit und Kommunikationseffizienz, was auf eine Stützung der sozial-kognitiven Grun…
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- 🏅 Nicht auf der WADA-Liste
Kein zugelassenes Arzneimittel nach Phase-3-Scheitern. Als Forschungschemikalie verfügbar.
ADNP-abgeleitetes Neuropeptid. Nicht auf der WADA-Liste.
Häufige Fragen zu NAP-Peptid
Warum wurde Davunetide (NAP) nicht zugelassen?
Warum wurde Davunetide nicht zugelassen?
Gibt es weiter Forschung an NAP?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für NAP-Peptid sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Dihexa
Dihexa ist ein synthetisches Angiotensin-IV-Analogon, das in Tiermodellen Lernen und Gedächtnis deutlich verbesserte und zu den potentesten bisher beschriebenen kognitiv wirksamen Peptiden zählt. Humandaten fehlen.
Semax
Semax ist ein russisches Nootropikum-Peptid, abgeleitet vom ACTH-Fragment 4-10. In der Forschung zeigt es kognitionsfördernde, neuroprotektive sowie antidepressive Eigenschaften.
Selank
Selank ist ein anxiolytisches (angstlösendes) Peptid, das vom körpereigenen Tuftsin abgeleitet ist und in Russland als Arzneimittel gegen Angststörungen und Stress zugelassen ist.