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Hormonsystem

Sermorelin

Handelsnamen:Geref

Sermorelin war eines der ersten zugelassenen Mittel, das den Körper anregt, sein eigenes Wachstumshormon auszuschütten, auf natürliche, schubweise Art. Es gilt als schonendere Alternative dazu, Wachstumshormon direkt zu spritzen.

Solide EvidenzDE, AT, CH: Grauzone#17Rang 17 von 8066/100
AnwendungSubkutan (s.c.)
Typische Dosis0,2–0,5 mg/Tag
Halbwertszeit~10–20 Minuten (subkutan)
PubMed-Studien562+
Fachangaben

Auch bekannt als: GHRH 1-29, GRF 1-29

Somatocrinin (humanes GHRH 1-29 Amid)

Quick Start Guide

Subkutan
0,2–0,5 mg
Wie oft
1× täglich
Unter die Haut, Injektionsstelle wechseln
Zeitpunkt
Vor dem Schlafengehen, nutzt den nächtlichen GH-Puls
Wirkung ab wann
IGF-1-Anstieg nach 1–2 Wochen, Körperveränderungen nach 4–8 Wochen, volle Wirkung nach 3–6 Monaten
Lagerung
Bei 2–8 °C lagern, nach Anmischen 10–14 Tage haltbar
3–6 Monate
Pause danach
4–8 Wochen Pause nach 3–6 Monaten empfohlen
~10–20 Minuten (subkutan)
Verboten (S2.2)
Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Sermorelin und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Sermorelin ist ein synthetisches Peptid bestehend aus den ersten 29 Aminosäuren des körpereigenen GHRH (Wachstumshormon-Releasing-Hormons). Diese 29 Aminosäuren sind die minimale Sequenz, die noch vollständige biologische Aktivität hat, das vollständige natürliche GHRH hat 44 AS. Sermorelin war in den USA als Geref® von der FDA zugelassen (für Wachstumshormonmangel bei Kindern), wurde aber 2008 aus wirtschaftlichen Gründen vom Markt genommen, nicht wegen Sicherheitsproblemen. Heute ist es eine Forschungssubstanz, die vor allem im Anti-Aging-Bereich für seine physiologische Wirkweise geschätzt wird: Es stimuliert GH-Ausschüttung unter Beibehaltung des natürlichen Feedbacks.

Sermorelin ist ein synthetisches Peptid bestehend aus den ersten 29 Aminosäuren des endogenen Wachstumshormon-Releasing-Hormons (GHRH 1-29 NH2). Dieser Sequenzabschnitt enthält die für die biologische Aktivität notwendige Minimalstruktur, das vollständige GHRH umfasst 44 Aminosäuren. Sermorelin wurde von der FDA als diagnostisches Werkzeug für den Wachstumshormonmangel zugelassen und war unter dem Handelsnamen Geref in den USA erhältlich. Diese Zulassung wurde jedoch 2008 aus wirtschaftlichen Gründen zurückgezogen, nicht aufgrund von Sicherheitsbedenken. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht keine Zulassung. Klinische Studien haben Sermorelin bei Kindern mit Wachstumshormonmangel und bei Erwachsenen mit altersbedingtem GH-Rückgang untersucht. Im Gegensatz zu exogenem GH stimuliert Sermorelin die körpereigene GH-Produktion und respektiert so den physiologischen Rückkopplungsmechanismus, was als potenzieller Vorteil gegenüber HGH-Substitution gilt, aber auch limitierend wirkt bei ausgeprägtem Mangel.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Bindet an GHRH-Rezeptoren (GHRHR) der Hypophyse → Gs-Protein → cAMP → PKA → GH-Synthese und -Sekretion.
  • Die GH-Ausschüttung bleibt pulsatil und unterliegt dem natürlichen Somatostatin-Feedback, ein wichtiger Unterschied zu direktem HGH.
  • GH stimuliert in der Leber die IGF-1-Synthese, der wichtigste Wirkungsvermittler für Wachstum, Muskelaufbau und Fettabbau.
  • Kurze HWZ (~10–20 min): stimuliert einen physiologischen GH-Puls, keine Dauerstimulation.

Sermorelin bindet an den GHRH-Rezeptor (GHRHR) auf somatotrophen Zellen der Adenohypophyse. Die Aktivierung des Gs-Protein-cAMP-PKA-Signalwegs stimuliert die GH-Synthese und -Sekretion. Die Wirkung unterliegt dem natürlichen Somatostatin-Feedback, was eine Überdosierung der GH-Achse limitiert.

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Physiologische GH-Stimulation“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „IGF-1-Erhöhung“ ist in Humanstudien belegt.

Spricht dagegen

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff zu allen Zeiten verboten (WADA-Klasse S2.2).

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Klinisch belegte Wirkungen (hauptsächlich bei Mangelzuständen):

  • Physiologische GH-Stimulation: Level B, in Humanstudien zuverlässig belegt
  • IGF-1-Erhöhung: Level B, konsistent in klinischen Studien
  • Körperzusammensetzung (Magermasse ↑, Fettmasse ↓): Level B bei GH-Defizienz
  • Schlafqualität: Anekdotisch und in kleinen Studien berichtet (kein Level-A-Beleg)
Wirkt nur, wenn die Hypophyse noch funktioniert, bei hypophysärem Schaden (Tumor, Bestrahlung) gibt es keine GH-Reserve zum Freisetzten.

Physiologische GH-Stimulation

Solide EvidenzHuman

Stimuliert die körpereigene Freisetzung von Wachstumshormonen unter Beibehaltung des natürlichen Feedbacks.

IGF-1-Erhöhung

Solide EvidenzHuman

Führt zu einer signifikanten, aber physiologisch regulierten Erhöhung der IGF-1-Spiegel.

Körperzusammensetzung

Solide EvidenzHuman

Klinische Studien zeigten positive Effekte auf die Magermasse und Fettreduktion bei längerer Anwendung.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

In klinischen Studien und Forschungsprotokollen:

  • 0,2–0,3 mg subkutan abends vor dem Schlafen (nutzt den natürlichen Nacht-GH-Puls)
  • Für GH-Mangel: 0,3–0,5 mg täglich, Dosisanpassung nach IGF-1-Werten
  • Nüchternzustand verbessert die GH-Antwort (Insulin antagonisiert GH)
Bei hoher Insulinsensitivität oder Diabetes: Blutzucker überwachen, da GH kontraregulatorisch wirkt.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Anti-Aging / GH-Optimierung0,2–0,3 mg1× täglich vor dem SchlafenSubkutan, Nüchternzustand für optimale GH-Pulse
GH-Mangel0,3–0,5 mg1× täglichDosisanpassung basierend auf IGF-1-Werten
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Subkutan: Standard in allen klinischen Studien
  • Häufig abends injiziert, um den natürlichen Schlaf-GH-Puls zu amplifizieren
  • Oft kombiniert mit GHRP (Ipamorelin) für synergistisch stärkere GH-Pulse
  • Als lyophilisiertes Pulver, bakteriostatisches Wasser zur Rekonstitution
Subkutan (s.c.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Gut verträgliches Profil, ähnlich wie andere GH-Sekretagoga:

  • Injektionsstellenreaktionen (Rötung, Schmerz), häufig, meist mild
  • Flush (Gesichtsrötung) kurz nach Injektion
  • Kopfschmerzen und Schwindel (selten)
  • Ödeme bei zu hoher GH-Stimulation
  • Kontraindiziert bei aktiven Malignomen

Bekannte Nebenwirkungen

  • Injektionsstellenreaktionen (Rötung, Schmerz)
  • Flushing (Gesichtsrötung)
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Wassereinlagerungen (selten)

Kontraindikationen

  • Aktive Krebserkrankungen
  • Unbehandelte Hypothyreose
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Studienlage

Einfach erklärt

Früheres FDA-zugelassenes Arzneimittel. Evidenzlevel B:

  • ✅ Klinische Studien bei Kindern mit GH-Mangel: positives Wachstum ohne schwere Nebenwirkungen
  • ✅ Vergleichsstudien mit HGH: ähnliche IGF-1-Erhöhung, aber physiologischeres Muster
  • ⚠ Studien bei Gesunden und Anti-Aging-Kontext: begrenzt, keine großen RCTs

The emerging landscape of performance-enhancing peptides modulating GH-IGF1 axis: bridging the gap between clinical evidence and patient self-administration

Human

Dominikowski A, et al. (2026), Frontiers in Endocrinology

Eine Übersichtsarbeit kartiert die Evidenzlage leistungssteigernder Peptide entlang der GH-IGF-1-Achse und stellt die Lücke zwischen klinischen Daten und verbreiteter Selbstanwendung heraus. Für die meisten dieser Substanzen fehlen kontrollierte Studien am Menschen.

PubMed →

A new era of doping? Use of peptide and peptide-analog drugs in recreational and professional sport and bodybuilding: a critical review

Human

Coutinho LFD, et al. (2026), The Journal of Sports Medicine and Physical Fitness

Die kritische Übersichtsarbeit beschreibt den Wandel des Dopings von anabolen Steroiden hin zu Peptiden wie CJC-1295, Ipamorelin und Sermorelin. Als zentrale Risiken benennt sie kardiovaskuläre Belastung, Insulinresistenz und eine unregulierte Lieferkette mit fehldeklarierten Produkten.

PubMed →

Long-term sermorelin in GH-deficient children

Human

(2001),

Positive Wachstumseffekte ohne signifikante Nebenwirkungen

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • WADA: Gesperrt (S2. GH-Releasing Faktoren)
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Als Arzneimittel in DACH nicht zugelassen (früher in den USA als Geref FDA-zugelassen). Forschungschemikalie.

Im SportWADA: Verboten (S2.2)

GHRH-Analogon, explizit als Freisetzungsfaktor von Hypophysenhormonen gelistet. In- und Out-of-Competition verboten.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Labormonitoring für Forschungszwecke

Kurzübersicht: IGF-1 dient als primärer Wirksamkeitsmarker. Die Schilddrüse dient als GH-Interaktions-Screening.

Zeitplan:Vor Beginn->Nach 4–8 Wochen->Nach 12 Wochen
Essentiell
IGF-1

Sermorelin ist ein GHRH-Analogon, deshalb spiegelt IGF-1 die GH-Achsen-Aktivierung wider.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4–8 WochenRichtwert: ~100–350 ng/ml (altersabhängig)
Nüchternglukose

GH-Effekt auf Insulinsensitivität überwachen.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4–8 WochenRichtwert: < 100 mg/dl
Empfohlen
TSH

GH beeinflusst die Schilddrüsenhormon-Konvertierung. TSH dient als Verlaufsscreening.

Zeitpunkt: Baseline, nach 12 WochenRichtwert: 0,4–4,0 mIU/l
Prolaktin

GHRH-Analoga können Prolaktin beeinflussen.

Zeitpunkt: BaselineRichtwert: Männer: 4–15 ng/ml | Frauen: 4–30 ng/ml

Forschungskontext. IGF-1-Werte sind individuell sehr variabel. Immer mit Baseline vergleichen.

Häufige Fragen zu Sermorelin

Was ist der Unterschied zu CJC-1295?
Sermorelin ist GHRH(1-29) ohne Modifikationen. CJC-1295 ist eine modifizierte Version mit Bindungsmoiety, die eine viel längere Halbwertszeit erzeugt (Tage statt Minuten). Sermorelin ahmt das natürliche Pulsmuster eher nach.
Warum wird Sermorelin oft vor dem Schlafen injiziert?
Der Körper schüttet einen großen Teil seines natürlichen Wachstumshormons während der Tiefschlafphasen aus. Die Gabe von Sermorelin am späten Abend ahmt dieses Muster nach und verstärkt den natürlichen GH-Puls am effektivsten.
Was ist der Vorteil gegenüber direktem HGH?
Sermorelin stimuliert die eigene GH-Produktion und respektiert den natürlichen Somatostatin-Feedback: Wenn GH zu hoch wird, bremst der Körper automatisch. Bei direktem HGH gibt es diesen Schutz nicht, man kann sich leicht überdosieren. Außerdem bleiben Hypophyse und Hypothalamus aktiv, bei langfristiger HGH-Gabe können sie "einschlafen".
Warum wird Sermorelin abends injiziert?
Die größte natürliche GH-Ausschüttung passiert während der ersten Tiefschlafphasen (SWS, ca. 30–90 min nach dem Einschlafen). Sermorelin abends zu injizieren amplifiziert diesen Peak und nutzt ihn optimal. Insulin (von Mahlzeiten) unterdrückt GH, daher am besten nüchtern injizieren.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Sermorelin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,2–0,5 mg
niedrig · 0,2 mghoch · 0,5 mg
Frequenz: Täglich (abends)
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration2,5 mg/ml
Abzug8 U
020406080100U8.00 U0.080 ml
5 mg Vial + 2 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,2 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema4 Phasen
Zyklus: 3–6 Monate (Erwachsene). Pädiatrische Studien: 6–12 Monate.
Tägliche subkutane Injektion vor dem Schlafengehen, über 3–6 Monate.
Zum Protokoll
Fact Sheet

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