Sermorelin
Handelsnamen:Geref
Sermorelin war eines der ersten zugelassenen Mittel, das den Körper anregt, sein eigenes Wachstumshormon auszuschütten, auf natürliche, schubweise Art. Es gilt als schonendere Alternative dazu, Wachstumshormon direkt zu spritzen.
Fachangaben
Auch bekannt als: GHRH 1-29, GRF 1-29
Somatocrinin (humanes GHRH 1-29 Amid)
Quick Start Guide
SubkutanGrundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Sermorelin und wie wirkt es?
Sermorelin ist ein synthetisches Peptid bestehend aus den ersten 29 Aminosäuren des körpereigenen GHRH (Wachstumshormon-Releasing-Hormons). Diese 29 Aminosäuren sind die minimale Sequenz, die noch vollständige biologische Aktivität hat, das vollständige natürliche GHRH hat 44 AS. Sermorelin war in den USA als Geref® von der FDA zugelassen (für Wachstumshormonmangel bei Kindern), wurde aber 2008 aus wirtschaftlichen Gründen vom Markt genommen, nicht wegen Sicherheitsproblemen. Heute ist es eine Forschungssubstanz, die vor allem im Anti-Aging-Bereich für seine physiologische Wirkweise geschätzt wird: Es stimuliert GH-Ausschüttung unter Beibehaltung des natürlichen Feedbacks.
Sermorelin ist ein synthetisches Peptid bestehend aus den ersten 29 Aminosäuren des endogenen Wachstumshormon-Releasing-Hormons (GHRH 1-29 NH2). Dieser Sequenzabschnitt enthält die für die biologische Aktivität notwendige Minimalstruktur, das vollständige GHRH umfasst 44 Aminosäuren. Sermorelin wurde von der FDA als diagnostisches Werkzeug für den Wachstumshormonmangel zugelassen und war unter dem Handelsnamen Geref in den USA erhältlich. Diese Zulassung wurde jedoch 2008 aus wirtschaftlichen Gründen zurückgezogen, nicht aufgrund von Sicherheitsbedenken. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht keine Zulassung. Klinische Studien haben Sermorelin bei Kindern mit Wachstumshormonmangel und bei Erwachsenen mit altersbedingtem GH-Rückgang untersucht. Im Gegensatz zu exogenem GH stimuliert Sermorelin die körpereigene GH-Produktion und respektiert so den physiologischen Rückkopplungsmechanismus, was als potenzieller Vorteil gegenüber HGH-Substitution gilt, aber auch limitierend wirkt bei ausgeprägtem Mangel.
Wirkungsweise
- Bindet an GHRH-Rezeptoren (GHRHR) der Hypophyse → Gs-Protein → cAMP → PKA → GH-Synthese und -Sekretion.
- Die GH-Ausschüttung bleibt pulsatil und unterliegt dem natürlichen Somatostatin-Feedback, ein wichtiger Unterschied zu direktem HGH.
- GH stimuliert in der Leber die IGF-1-Synthese, der wichtigste Wirkungsvermittler für Wachstum, Muskelaufbau und Fettabbau.
- Kurze HWZ (~10–20 min): stimuliert einen physiologischen GH-Puls, keine Dauerstimulation.
Sermorelin bindet an den GHRH-Rezeptor (GHRHR) auf somatotrophen Zellen der Adenohypophyse. Die Aktivierung des Gs-Protein-cAMP-PKA-Signalwegs stimuliert die GH-Synthese und -Sekretion. Die Wirkung unterliegt dem natürlichen Somatostatin-Feedback, was eine Überdosierung der GH-Achse limitiert.
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „Physiologische GH-Stimulation“ ist in Humanstudien belegt.
- Die erwünschte Wirkung „IGF-1-Erhöhung“ ist in Humanstudien belegt.
Spricht dagegen
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff zu allen Zeiten verboten (WADA-Klasse S2.2).
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Klinisch belegte Wirkungen (hauptsächlich bei Mangelzuständen):
- Physiologische GH-Stimulation: Level B, in Humanstudien zuverlässig belegt
- IGF-1-Erhöhung: Level B, konsistent in klinischen Studien
- Körperzusammensetzung (Magermasse ↑, Fettmasse ↓): Level B bei GH-Defizienz
- Schlafqualität: Anekdotisch und in kleinen Studien berichtet (kein Level-A-Beleg)
Physiologische GH-Stimulation
Stimuliert die körpereigene Freisetzung von Wachstumshormonen unter Beibehaltung des natürlichen Feedbacks.
IGF-1-Erhöhung
Führt zu einer signifikanten, aber physiologisch regulierten Erhöhung der IGF-1-Spiegel.
Körperzusammensetzung
Klinische Studien zeigten positive Effekte auf die Magermasse und Fettreduktion bei längerer Anwendung.
Dosierung und Anwendung
In klinischen Studien und Forschungsprotokollen:
- 0,2–0,3 mg subkutan abends vor dem Schlafen (nutzt den natürlichen Nacht-GH-Puls)
- Für GH-Mangel: 0,3–0,5 mg täglich, Dosisanpassung nach IGF-1-Werten
- Nüchternzustand verbessert die GH-Antwort (Insulin antagonisiert GH)
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Anti-Aging / GH-Optimierung | 0,2–0,3 mg | 1× täglich vor dem Schlafen | Subkutan, Nüchternzustand für optimale GH-Pulse |
| GH-Mangel | 0,3–0,5 mg | 1× täglich | Dosisanpassung basierend auf IGF-1-Werten |
Anwendungsformen
- Subkutan: Standard in allen klinischen Studien
- Häufig abends injiziert, um den natürlichen Schlaf-GH-Puls zu amplifizieren
- Oft kombiniert mit GHRP (Ipamorelin) für synergistisch stärkere GH-Pulse
- Als lyophilisiertes Pulver, bakteriostatisches Wasser zur Rekonstitution
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Gut verträgliches Profil, ähnlich wie andere GH-Sekretagoga:
- Injektionsstellenreaktionen (Rötung, Schmerz), häufig, meist mild
- Flush (Gesichtsrötung) kurz nach Injektion
- Kopfschmerzen und Schwindel (selten)
- Ödeme bei zu hoher GH-Stimulation
- Kontraindiziert bei aktiven Malignomen
Bekannte Nebenwirkungen
- •Injektionsstellenreaktionen (Rötung, Schmerz)
- •Flushing (Gesichtsrötung)
- •Kopfschmerzen
- •Schwindel
- •Müdigkeit
- •Wassereinlagerungen (selten)
Kontraindikationen
- •Aktive Krebserkrankungen
- •Unbehandelte Hypothyreose
- •Schwangerschaft und Stillzeit
Studienlage
Früheres FDA-zugelassenes Arzneimittel. Evidenzlevel B:
- ✅ Klinische Studien bei Kindern mit GH-Mangel: positives Wachstum ohne schwere Nebenwirkungen
- ✅ Vergleichsstudien mit HGH: ähnliche IGF-1-Erhöhung, aber physiologischeres Muster
- ⚠ Studien bei Gesunden und Anti-Aging-Kontext: begrenzt, keine großen RCTs
The emerging landscape of performance-enhancing peptides modulating GH-IGF1 axis: bridging the gap between clinical evidence and patient self-administration
HumanDominikowski A, et al. (2026), Frontiers in Endocrinology
Eine Übersichtsarbeit kartiert die Evidenzlage leistungssteigernder Peptide entlang der GH-IGF-1-Achse und stellt die Lücke zwischen klinischen Daten und verbreiteter Selbstanwendung heraus. Für die meisten dieser Substanzen fehlen kontrollierte Studien am Menschen.
PubMed →A new era of doping? Use of peptide and peptide-analog drugs in recreational and professional sport and bodybuilding: a critical review
HumanCoutinho LFD, et al. (2026), The Journal of Sports Medicine and Physical Fitness
Die kritische Übersichtsarbeit beschreibt den Wandel des Dopings von anabolen Steroiden hin zu Peptiden wie CJC-1295, Ipamorelin und Sermorelin. Als zentrale Risiken benennt sie kardiovaskuläre Belastung, Insulinresistenz und eine unregulierte Lieferkette mit fehldeklarierten Produkten.
PubMed →Long-term sermorelin in GH-deficient children
Human(2001),
Positive Wachstumseffekte ohne signifikante Nebenwirkungen
Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- WADA: Gesperrt (S2. GH-Releasing Faktoren)
Als Arzneimittel in DACH nicht zugelassen (früher in den USA als Geref FDA-zugelassen). Forschungschemikalie.
GHRH-Analogon, explizit als Freisetzungsfaktor von Hypophysenhormonen gelistet. In- und Out-of-Competition verboten.
Labormonitoring für Forschungszwecke
Kurzübersicht: IGF-1 dient als primärer Wirksamkeitsmarker. Die Schilddrüse dient als GH-Interaktions-Screening.
Sermorelin ist ein GHRH-Analogon, deshalb spiegelt IGF-1 die GH-Achsen-Aktivierung wider.
GH-Effekt auf Insulinsensitivität überwachen.
GH beeinflusst die Schilddrüsenhormon-Konvertierung. TSH dient als Verlaufsscreening.
GHRH-Analoga können Prolaktin beeinflussen.
Forschungskontext. IGF-1-Werte sind individuell sehr variabel. Immer mit Baseline vergleichen.
Häufige Fragen zu Sermorelin
Was ist der Unterschied zu CJC-1295?
Warum wird Sermorelin oft vor dem Schlafen injiziert?
Was ist der Vorteil gegenüber direktem HGH?
Warum wird Sermorelin abends injiziert?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Sermorelin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
CJC-1295
CJC-1295 ist ein synthetisches Wachstumshormon-Releasing-Hormon (GHRH)-Analogon, das die Ausschüttung von Wachstumshormon aus der Hypophyse stimuliert.
MOD GRF 1-29 (CJC-1295 ohne DAC)
Modifiziertes GHRH(1-29)-Analogon mit vier Aminosäure-Substitutionen für verbesserte Stabilität, ohne die DAC-Bindungsmoiety von CJC-1295.
Ipamorelin
Ipamorelin ist ein selektives Ghrelin-Mimetikum (GHS, Growth Hormone Secretagogue), das Wachstumshormon mit hoher Selektivität und minimalen Nebenwirkungen freisetzt.