Die Inhalte von PeptidWiki dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung, sind ausdrücklich keine Empfehlung und ersetzen keine medizinische Beratung.

Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

Inhalte werden mit Sorgfalt recherchiert, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität bereitgestellt.

Fitness

Bimagrumab

Bimagrumab ist ein per Infusion gegebener Antikörper, der die natürliche „Muskelbremse" Myostatin ausschaltet. In Studien baut er gleichzeitig Muskeln auf und Fett ab. Er ist in der DACH-Region nicht zugelassen und im Sport verboten.

Solide EvidenzDE, AT, CH: Grauzone
AnwendungIntravenös (i.v.)
Typische DosisIn Studien 10 mg/kg (bis 1.200 mg) i.v. alle 4 Wochen
Halbwertszeitca. 2–4 Wochen (monatliche intravenöse Gabe)
PubMed-Studien79+
Fachangaben

Auch bekannt als: BYM338

Humaner monoklonaler Antikörper gegen den Aktivin-Typ-II-Rezeptor (ActRII)

Quick Start Guide

Intravenös
10 mg/kg in Studien, maximal 1.200 mg
Wie oft
Alle 4 Wochen
In die Vene, ärztlich verabreicht
Zeitpunkt
Keine belastbaren Angaben
Wirkung ab wann
Keine belastbaren Angaben
Lagerung
Keine belastbaren Angaben
48 Wochen in der Phase-2-Studie
Pause danach
Keine belastbaren Angaben
ca. 2–4 Wochen (monatliche intravenöse Gabe)
Verboten (S4.4)
Alle Werte stammen aus klinischen Studien und sind keine Anwendungsempfehlung. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Bimagrumab und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Bimagrumab (Entwicklungsname BYM338) ist ein Antikörper, also ein großes, gezielt wirkendes Eiweißmolekül. Er blockiert einen Rezeptor, über den der Körper das Muskelwachstum normalerweise begrenzt. Schaltet man diese „Bremse" aus, kann mehr Muskelmasse aufgebaut werden. In Studien zeigt Bimagrumab zugleich eine deutliche Abnahme der Fettmasse. Als Arzneimittel ist es nicht zugelassen.

Bimagrumab (BYM338) ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper, der von Novartis und später Versanis entwickelt wurde. Er bindet den Aktivin-Typ-II-Rezeptor (ActRII) und blockiert dort die Bindung von Myostatin und Aktivin, den körpereigenen Bremsen des Muskelwachstums. Dadurch nimmt die Skelettmuskelmasse zu. Bemerkenswert ist, dass Bimagrumab in Studien gleichzeitig die Fettmasse senkt, weshalb es zunehmend im Kontext von Adipositas und Muskelerhalt (auch in Kombination mit GLP-1-Agonisten) erforscht wird. Bimagrumab ist nicht zugelassen.

Wirkungsweise

Einfach erklärt

Bimagrumab löst die körpereigene Muskelbremse:

  • Es blockiert den Aktivin-Typ-II-Rezeptor, über den Myostatin das Muskelwachstum hemmt.
  • Ist diese Bremse gelöst, steigt die Muskelproteinsynthese und die Muskeln wachsen.
  • Begleitend nimmt die Fettmasse ab und die Insulinempfindlichkeit verbessert sich, die genauen Gründe dafür sind noch nicht vollständig geklärt.

Bimagrumab blockiert kompetitiv den Aktivin-Typ-II-Rezeptor (ActRIIA/B). Da Myostatin (GDF-8) und Aktivin über diesen Rezeptor das Muskelwachstum hemmen, führt die Blockade zu einer Enthemmung der Muskelproteinsynthese und damit zu Muskelhypertrophie. Über bislang nicht vollständig geklärte Mechanismen geht dies zusätzlich mit einer Reduktion der Fettmasse und verbesserter Insulinsensitivität einher.

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Zunahme der Muskelmasse“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Reduktion der Fettmasse“ ist in Humanstudien belegt.

Spricht dagegen

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff zu allen Zeiten verboten (WADA-Klasse S4.4).

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Die Ergebnisse stammen aus klinischen Studien am Menschen (Evidenzgrad B):

  • Die fettfreie Muskelmasse stieg in einer Phase-2-Studie deutlich gegenüber Placebo.
  • Die Gesamtfettmasse nahm im gleichen Zeitraum spürbar ab.
  • Bei Typ-2-Diabetes verbesserte sich zusätzlich der Langzeit-Blutzucker (HbA1c).

Zunahme der Muskelmasse

Solide EvidenzHuman

In einer Phase-2-RCT steigerte Bimagrumab die fettfreie Körpermasse (Lean Mass) signifikant gegenüber Placebo.

PubMed-Quelle →

Reduktion der Fettmasse

Solide EvidenzHuman

In derselben 48-wöchigen Studie sank die Gesamtfettmasse deutlich (Körpergewicht −6,5% vs. −0,8% unter Placebo).

PubMed-Quelle →

Verbesserung der Insulinsensitivität

Solide EvidenzHuman

Bei Typ-2-Diabetes verbesserte Bimagrumab das HbA1c gegenüber Placebo, begleitend zur Umverteilung von Fett- zu Muskelmasse.

PubMed-Quelle →

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Bimagrumab wird als Infusion in die Vene gegeben:

  • In Studien etwa 10 mg pro Kilogramm Körpergewicht (bis 1.200 mg) alle vier Wochen.
  • Die monatliche Gabe ist möglich, weil der Antikörper sehr lange im Körper bleibt.
Es gibt keine zugelassene Dosierung, alle Angaben stammen aus Studien und sind keine Anwendungsempfehlung.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Wichtiger Hinweis: Dosisangaben stammen aus klinischen Studien und sind keine Anwendungsempfehlung. Bimagrumab ist nicht zugelassen.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzDauerHinweis
Adipositas / Typ-2-Diabetes (Phase-2-Studie)10 mg/kg (max. 1.200 mg)alle 4 Wochen i.v.48 WochenIntravenöse Infusion, keine Anwendungsempfehlung
Dosierungsrechner →

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Als intravenöse Infusion, üblicherweise im klinischen Rahmen.
  • Nur etwa einmal im Monat dank der langen Wirkdauer.
  • Eine Tabletten- oder einfache Spritzenform gibt es nicht.
Intravenös (i.v.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Berichtete Nebenwirkungen aus den Studien:

  • Muskelkrämpfe.
  • Durchfall.
  • Leichte Akne.
  • Vorübergehender Anstieg von Muskelenzymen sowie Reaktionen rund um die Infusion.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Muskelkrämpfe
  • Diarrhö
  • Leichte Akne
  • Vorübergehender Anstieg von Muskelenzymen
  • Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Bekannte Überempfindlichkeit
  • Anwendung nur im kontrollierten Studienkontext

Studienlage

Einfach erklärt

Die Daten stammen aus klinischen Studien, eine Zulassung gibt es nicht (Evidenzgrad B):

  • ✅ Phase-2-Studie mit gleichzeitigem Muskelaufbau und Fettabbau.
  • ✅ Hinweise auf bessere Blutzuckerwerte bei Typ-2-Diabetes.
  • ⚠ Es liegt keine Zulassung für eine Anwendung vor.

Putting the brakes on muscle growth: Myostatin as regulator of disuse atrophy

Human

Nieuwenhuijsen DHC, et al. (2026), Experimental physiology

Ein Review diskutiert Bimagrumab, einen Antikörper gegen ActRIIB. Er hemmt Myostatin-Signalwege. Hinweise aus Studien deuten auf Potenzial gegen Muskelschwund durch Inaktivität hin.

PubMed →

Efficacy and Safety of Bimagrumab in Adults With Obesity and Metabolic Dysfunction: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials

Human

Shao C, et al. (2026), Diabetes, obesity & metabolism

Eine Meta-Analyse zu Bimagrumab bei Adipositas und Stoffwechselstörungen zeigte eine Reduktion von Gewicht, Fettmasse, HbA1c und eine Zunahme der Muskelmasse. Erhöhte LDL-Werte und Nebenwirkungen wie Muskelkrämpfe wurden…

PubMed →

Targeting the activin/myostatin - actrii pathway to preserve skeletal muscle mass in obesity: mechanistic insights and therapeutic perspectives

Human

Lisco G, et al. (2026), Reviews in endocrine & metabolic disorders

Eine Übersichtsarbeit beschreibt Bimagrumab, einen Anti-Activin-Rezeptor-Antikörper, der in Studien Hinweise auf eine Zunahme der Skelettmuskelmasse und verbesserte Körperzusammensetzung bei Menschen zeigte.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel.
  • 🚫 WADA: gesperrt (Klasse S4.4). Hemmer des Myostatin-/Aktivin-Signalwegs sind jederzeit verboten.
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Nicht als Arzneimittel zugelassen (Stand 2026). Bimagrumab befindet sich in der klinischen Entwicklung (Phase 2/3), u. a. zu Adipositas und Muskelerhalt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht keine Zulassung. Als injizierbarer monoklonaler Antikörper ist es ausschließlich ein Prüf-/Forschungspräparat.

Im SportWADA: Verboten (S4.4)

Myostatin-/Aktivin-Signalweg-Hemmer, die die Aktivierung des Aktivin-Rezeptors IIB verhindern, sind jederzeit verboten (WADA-Klasse S4.4).

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu Bimagrumab

Wie funktioniert Bimagrumab im Vergleich zu Follistatin oder ACE-031?
Alle drei greifen in den Myostatin-Signalweg ein. Bimagrumab ist ein Antikörper, der den Aktivin-Typ-II-Rezeptor direkt blockiert. Follistatin bindet Myostatin ab. ACE-031 ist ein löslicher Rezeptor-Köder. Bimagrumab ist die am besten klinisch untersuchte dieser Optionen.
Warum reduziert ein „Muskelaufbau-Wirkstoff" auch Fett?
Die Blockade des Aktivin-Rezeptors steigert nicht nur die Muskelmasse, sondern führt in Studien zugleich zu einem Verlust an Fettmasse und verbesserter Insulinsensitivität. Die genauen Mechanismen dieses Doppeleffekts sind noch nicht vollständig geklärt, er macht Bimagrumab aber als Kombinationspartner für GLP-1-Agonisten interessant.
Ist Bimagrumab im Sport erlaubt?
Nein. Als Hemmer des Aktivin-Rezeptor-IIB-Signalwegs zählt Bimagrumab zu den jederzeit verbotenen Substanzen der WADA (Klasse S4.4).
Macht Bimagrumab automatisch muskulös ohne Training?
In Studien stieg die Muskelmasse auch ohne gezieltes Training. Das ersetzt jedoch kein durchdachtes Training, und der Wirkstoff ist weder zugelassen noch im Sport erlaubt.
Warum ist es im Sport verboten?
Bimagrumab schaltet die Muskelbremse Myostatin aus. Solche Wirkstoffe stehen als „muskelaufbauende" Mittel jederzeit auf der WADA-Verbotsliste (Klasse S4.4).
Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Bimagrumab sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite700–1.200 mg
niedrig · 700 mghoch · 1.200 mg
Frequenz: 1×/Woche
Im Dosierungsrechner öffnen
Fact Sheet

Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent

Weiterlesen
Alle Peptide im Wiki →