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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Hormonsystem

Gonadorelin

Handelsnamen:Factrel

Gonadorelin ist das synthetische GnRH, der Hypothalamus-Befehl für Testosteron und Fruchtbarkeit. Als zugelassenes Arzneimittel wird es in der Andrologie genutzt, um während TRT Hodenatrophie zu verhindern.

Klinisch belegtDE, AT, CH: Rezeptpflichtig#8Rang 8 von 8076/100
AnwendungSubkutan (s.c.), Intravenös (i.v.), Intranasal
Typische Dosis0,1–0,2 mg, 2–3×/Woche s.c.
Halbwertszeit~2–4 Minuten (sehr kurz, pulsatile Kinetik notwendig)
PubMed-Studien43836+
Fachangaben

Auch bekannt als: GnRH, Gonadotropin-Releasing Hormone, Luteinizing Hormone-Releasing Hormone, LHRH

pGlu-His-Trp-Ser-Tyr-Gly-Leu-Arg-Pro-Gly-NH2 (GnRH Dekapeptid)

Quick Start Guide

Subkutan
0,1–0,2 mg pro Injektion, Zielbereich 0,1–0,15 mg
Wie oft
2–3× pro Woche
Unter die Haut, Injektionsstelle wechseln
Zeitpunkt
Tageszeit flexibel, keine feste Uhrzeit nötig
Wirkung ab wann
Keine belastbaren Angaben
Lagerung
Pulver bei −20 °C. Angemischt bei 2–8 °C, innerhalb 28 Tagen aufbrauchen.
4–8 Wochen im Forschungsschema, als TRT-Begleitung dauerhaft
Pause danach
Nach 8 Wochen Pause, als TRT-Begleitung keine Pause üblich
Graubereich
Pulsatile Pumpengabe, intravenöse Diagnostik und intranasale Anwendung sind beschrieben, Kurzwerte fehlen. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Gonadorelin und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Gonadorelin ist die synthetische Version des körpereigenen GnRH (Gonadotropin-Releasing Hormone), einem 10-Aminosäuren-Peptid, das der Hypothalamus pulsatil ausschüttet, um die gesamte Reproduktionsachse zu steuern. GnRH signalisiert der Hypophyse: "Produziere LH und FSH", und diese steuern dann die Testosteron- bzw. Östrogenproduktion in den Gonaden. Ein entscheidender Mechanismus: Gonadorelin funktioniert nur pulsatil. Dauerstimulation führt zu GnRH-Rezeptor-Downregulation und paradoxer Hemmung (das Prinzip, das Leuprolid zur Kastrationstherapie macht). Als Arzneimittel (Factrel®) ist Gonadorelin in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschreibungspflichtig und wird vor allem in der Reproduktionsmedizin und Andrologie eingesetzt.

Gonadorelin ist das synthetische Äquivalent des körpereigenen GnRH (Gonadotropin-Releasing Hormone), das im Hypothalamus pulsatil ausgeschüttet wird. Es bindet an GnRH-Rezeptoren der Hypophyse und stimuliert die Freisetzung von LH (Luteinisierendem Hormon) und FSH (Follikel-stimulierendem Hormon). Diese Gonadotropine steuern wiederum die Testosteron- bzw. Östrogenproduktion der Gonaden. Pulsatile Gonadorelin-Gabe stimuliert die eigene Hormonachse, im Gegensatz zu GnRH-Agonisten wie Leuprolid, die bei kontinuierlicher Gabe zur Down-Regulation führen. In der Andrologie wird Gonadorelin eingesetzt, um während einer Testosteron-Ersatztherapie (TRT) Hoden-Atrophie und Fertilitätsverlust zu verhindern.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Pulsatile Bindung an GnRH-Rezeptoren (GnRHR) der Hypophyse → Gαq/11 → PKC → LH und FSH Freisetzung.
  • LH stimuliert Leydig-Zellen im Hoden → Testosteron.
  • FSH stimuliert Sertoli-Zellen → Spermatogenese.
  • Bei Frauen: LH-Surge → Ovulation. FSH → Follikelreifung.
  • Pulsatilität ist entscheidend: Kontinuierliche Stimulation → Rezeptor-Downregulation → Hemmung (Prinzip der GnRH-Antagonisten und Leuprolid-Depots).

Pulsatile Gonadorelin-Bindung an GnRH-Rezeptoren (GnRHR) der gonadotropen Hypophysenzellen aktiviert Gαq/11-Proteine, erhöht intrazelluläres Calcium und aktiviert PKC-Signalwege. Dies führt zur Synthese und Freisetzung von LH und FSH. Pulsatilität ist entscheidend: Kontinuierliche Stimulation führt zur GnRHR-Desensibilisierung und paradoxer Hemmung (Prinzip der GnRH-Agonist-Therapie bei Prostatakarzinom).

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Stimulation der LH/FSH-Freisetzung“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Erhalt der Hodenfunktion unter TRT“ ist in Humanstudien belegt.

Spricht dagegen

  • Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Injektionsstellenreaktionen und Ovarielles Hyperstimulationssyndrom.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Klinisch gut belegte Wirkungen:

  • LH/FSH-Stimulation: Level A, in Humanstudien zuverlässig und dosisabhängig
  • Erhalt der Hodenfunktion unter TRT: Level B, verhindert Hodenatrophie und erhält Fertilität
  • Ovulationsinduktion bei hypothalamischem Hypogonadismus: Level A, pulsatile GnRH-Pumpe ist Goldstandard
  • HPG-Achsen-Diagnose: Level A. Stimulationstest-Arzneimittel

Stimulation der LH/FSH-Freisetzung

Klinisch belegtHuman

Nachgewiesene, dosisabhängige LH/FSH-Freisetzung in Humanstudien. Basis der Hormonachsen-Diagnostik.

PubMed-Quelle →

Erhalt der Hodenfunktion unter TRT

Solide EvidenzHuman

Verhindert Hodenatrophie und erhält Fertilität bei Testosteron-Ersatztherapie.

Ovulationsinduktion bei Hypogonadismus

Klinisch belegtHuman

Pulsatile GnRH-Pumpe ist Goldstandard für hypothalamischen Hypogonadismus.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Je nach Indikation sehr unterschiedlich:

  • TRT-Fertilitätserhalt (Off-label): 0,25–0,5 mg subkutan, 2–3× täglich
  • Hypothalamischer Hypogonadismus: 0,005–0,02 mg alle 90 min über GnRH-Pumpe (i.v. oder s.c.)
  • Diagnostischer Test: 0,1 mg i.v. einmalig, LH/FSH-Messung nach 20–60 min
HWZ nur ~2–4 Minuten, für therapeutische Wirkung ist pulsatile Gabe (nicht einmalige Injektion) wichtig. Nur pulsatile Gabe stimuliert, Dauergabe hemmt.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
TRT-Fertilitätserhalt0,1–0,2 mg2–3× wöchentlich s.c.Off-label, ärztliche Aufsicht nötig. Dauergabe desensibilisiert den GnRH-Rezeptor
Hypothalamischer Hypogonadismus0,005–0,02 mgAlle 90 min (Pumpe)Pulsatile i.v. oder s.c. Gabe
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Subkutan (TRT-Erhalt): mehrmals täglich, da HWZ extrem kurz
  • GnRH-Pumpe: für hypothalamischen Hypogonadismus, kontinuierliche Pulsabgabe alle 90 min
  • Intravenös: für diagnostische Tests
  • Intranasal: untersucht, aber weniger etabliert
Subkutan (s.c.)Intravenös (i.v.)Intranasal

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Gut verträgliches Profil im klinischen Einsatz:

  • Injektionsstellenreaktionen (häufig bei mehrfach täglicher Injektion)
  • Kopfschmerzen, Übelkeit (selten)
  • Bei Frauen: ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) bei zu starker Stimulation
  • Kontraindiziert bei östrogenabhängigen Tumoren und GnRH-Überempfindlichkeit

Bekannte Nebenwirkungen

  • Injektionsstellenreaktionen
  • Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (bei Frauen)
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit

Kontraindikationen

  • Östrogenabhängige Tumore
  • Schwere Hypophysenerkrankung
  • GnRH-Überempfindlichkeit

Studienlage

Einfach erklärt

Zugelassenes Arzneimittel mit etablierter Klinik. Evidenzlevel A:

  • ✅ Spratt et al. 1987 (NEJM): Pulsatile GnRH-Pumpe stellt Fertilität bei hypothalamischem Hypogonadismus wieder her
  • ✅ GnRH-Stimulationstest: Jahrzehnte klinischer Erfahrung in der Endokrinologie
  • ✅ TRT-Fertilitätserhalt: mehrere Studien zeigen erhaltene Hodengröße und Spermatogenese

Ambient Air Pollution, Polycyclic Aromatic Hydrocarbons, and Pubertal Development: A Critical Review of Emerging Evidence

Human

Peterson AK (2026), Current environmental health reports

Dieser Review analysiert Evidenz zu Luftverschmutzung und PAHs im Kontext der Pubertätsentwicklung, inklusive Assoziationen mit verfrühter/verzögerter Menarche und Störung der Kisspeptin-GnRH-Signalwege.

PubMed →

Oocyte maturation and pregnancy outcomes in relation to gonadotropin duration in antagonist cycles

Human

Zeng H, et al. (2026), Annals of medicine

Retrospektive Humanstudie zu Gonadotropin-Stimulationsdauer in GnRH-Antagonisten-Zyklen (9372 Zyklen). Zeigte 8-10 Tage als optimales Fenster für Eizellreifung und Schwangerschaftsergebnisse.

PubMed →

A Novel Hemizygous ANOS1 Variant in a Patient With Kallmann Syndrome and Type 2 Diabetes Mellitus: A Case Report

Human

Qin S, et al. (2026), Case reports in endocrinology

Fallbericht zu Kallmann-Syndrom (KS) und Typ-2-Diabetes bei 33-jährigem Mann, verbunden mit neuer ANOS1-Variante. Diagnose per Gonadorelin (GnRH)-Stimulation. Eine GnRH-Pumpentherapie wurde initiiert, später Testosteron-…

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Verschreibungspflichtig, nur mit ärztlichem Rezept legal, als Factrel® oder Kryptocur® zugelassen.
  • Off-label für TRT-Unterstützung und Fertilitätserhalt, medizinisch etabliert
  • Kein WADA-Verbot
RechtslageDE, AT, CH: Rezeptpflichtig

Als Arzneimittel (z. B. Factrel, HRF) in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschreibungspflichtig. Off-label für TRT-Unterstützung und Fertilitätserhalt.

Im SportWADA: Graubereich

GnRH selbst ist nicht explizit in der WADA-Liste S4 aufgeführt. Als Diagnosemittel mit TUE einsetzbar. Analoga (Leuprolid) sind verboten. Verbandsregeln prüfen.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu Gonadorelin

Was ist der Unterschied zwischen Gonadorelin und HCG für TRT?
Gonadorelin stimuliert die Hypophyse zur LH/FSH-Freisetzung und erhält damit die gesamte HPG-Achse. HCG wirkt direkt auf die Hoden (LH-Mimetikum) und erhält Hodenfunktion, stimuliert aber nicht die Hypophyse. Gonadorelin ist physiologischer, HCG ist praktikabler (längere Halbwertszeit).
Warum hat Gonadorelin eine so kurze Halbwertszeit?
Gonadorelin ist mit dem natürlichen GnRH identisch, das der Körper in kurzen Pulsen ausschüttet. Diese pulsatile Natur bedingt einen schnellen Abbau mit einer Halbwertszeit im Minutenbereich. Deshalb sind in medizinischen Anwendungen teils Pumpen für die pulsierende Gabe nötig.
Ist Gonadorelin verschreibungspflichtig?
Gonadorelin wird medizinisch als diagnostisches und therapeutisches Mittel eingesetzt und ist in diesem Rahmen verschreibungspflichtig. Der frei gehandelte Forschungsbezug bewegt sich in einer Grauzone. Die konkrete Rechtslage in DE, AT und CH steht im Regulierungs-Bereich.
Warum Gonadorelin statt HCG unter TRT?
HCG wirkt direkt auf die Hoden (LH-Mimetikum) und erhält deren Funktion, praktisch wegen längerer HWZ (2–3×/Woche). Gonadorelin wirkt auf die Hypophyse und erhält die gesamte HPG-Achse physiologischer, braucht aber mehrfach tägliche Injektion wegen HWZ von nur Minuten. Gonadorelin ist physiologischer. HCG ist in der Praxis bequemer. Viele Andrologen bevorzugen Gonadorelin für jüngere Männer, die Fertilität erhalten wollen.
Was passiert, wenn man Gonadorelin dauerhaft injiziert statt pulsatil?
Paradoxer Effekt: Dauerstimulation führt zu GnRH-Rezeptor-Downregulation (Desensibilisierung) → LH und FSH fallen ab → Testosteron sinkt auf Kastrationsniveau. Das ist genau der therapeutische Mechanismus bei GnRH-Agonisten wie Leuprolid (für Prostatakarzinom). Pulsatilität (Pause zwischen Gaben) ist für den stimulierenden Effekt essenziell.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Gonadorelin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,1–0,2 mg
niedrig · 0,1 mghoch · 0,2 mg
Frequenz: 2–3× wöchentlich (pulsatil)
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration1 mg/ml
Abzug10 U
020406080100U10.0 U0.100 ml
2 mg Vial + 2 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,1 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema4 Phasen
Zyklus: 4–8 Wochen Forschungsprotokoll, danach Pause. Bei TRT-Adjuvans dauerhaft.
Subkutane Injektion 2–3× pro Woche über 4–8 Wochen. Bei TRT-Adjuvans kontinuierlich.
Zum Protokoll
Fact Sheet

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