Kisspeptin
Kisspeptin-10 (KP-10): Tyr-Asn-Trp-Asn-Ser-Phe-Gly-Leu-Arg-Phe-NH2 (C-terminales Fragment von Metastin)
Auch bekannt als: Metastin, KISS1, KP-10, KP-54
Neuropeptid, das den GnRH-Pulsgenerator im Hypothalamus aktiviert und als zentraler Regulator der reproduktiven Achse gilt; klinisch in der Reproduktionsmedizin untersucht.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Kisspeptin ist der "Master-Schalter" der Fortpflanzungsachse — ein Neuropeptid, das GnRH auslöst, damit LH und Testosteron fließen, und das in der Reproduktionsmedizin klinisch erprobt wird.
Auf einen Blick
Vor- & Nachteile
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „GnRH- und LH-Sekretion“ ist in Humanstudien belegt.
- Die erwünschte Wirkung „Reproduktionsmedizin (IVF)“ ist in Humanstudien belegt.
- Die erwünschte Wirkung „Hypogonadismus-Diagnostik“ ist in Humanstudien belegt.
Spricht dagegen
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
- Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Leichte Rötung an der Injektionsstelle und Hitzewallungen.
Mehr im Detail — zum Aufklappen
Was ist Kisspeptin?Kisspeptin wurde 2001 ursprünglich als Metastasen-Suppressor-Protein entdeckt — sein Name (Kiss1) komm…
Kisspeptin wurde 2001 ursprünglich als Metastasen-Suppressor-Protein entdeckt — sein Name (Kiss1) kommt von Hershey, Pennsylvania (Heimat der Kisses-Schokolade), nicht von Küssen. Kurz danach stellte sich heraus, dass es der wichtigste Auslöser der gesamten Fortpflanzungsachse ist: Kisspeptin aktiviert im Hypothalamus GnRH-Neuronen, die GnRH freisetzen, das die Hypophyse zur LH- und FSH-Produktion stimuliert, die wiederum die Gonaden zur Hormonproduktion anregen. Es ist sozusagen der Startknopf für Testosteron, Östrogen, Ovulation und Spermatogenese. In der Reproduktionsmedizin wird es als sicherere Alternative zu HCG für die Auslösung der Eizellreifung bei IVF untersucht.
Wie wirkt es?Bindet an KISS1R (GPR54) auf hypothalamischen GnRH-Neuronen → Gq/11-Protein → IP3 → Kalzium → GnRH-Aus…
- ■Bindet an KISS1R (GPR54) auf hypothalamischen GnRH-Neuronen → Gq/11-Protein → IP3 → Kalzium → GnRH-Ausschüttung.
- ■GnRH stimuliert Hypophyse → LH und FSH werden freigesetzt.
- ■LH stimuliert Hoden (Testosteron) und Eierstöcke (Östrogen, Ovulation).
- ■FSH stimuliert Spermatogenese und Follikelreifung.
- ■Kurze HWZ: KP-10 ~4 min, KP-54 ~30 min — pulsatile Gabe nötig.
Was kann es bewirken?Gut belegte klinische Effekte:
Gut belegte klinische Effekte:
- ■LH-Puls-Stimulation: robust in Humanstudien (Level B)
- ■IVF-Trigger (Eizellreifung): Level B, Phase-2-Studien positiv — niedrigeres OHSS-Risiko als HCG
- ■Hypogonadismus-Diagnostik: Level B, untersucht die HPG-Achsen-Funktionalität
- ■Testosteron-Stimulation: Level B bei hypogonadotropem Hypogonadismus
Kontraindiziert bei hormonabhängigen Tumoren (Prostatakarzinom, Mammakarzinom). Nicht für Selbstanwendung ohne Überwachung geeignet.
Wie viel wird verwendet?Klinische Forschungsprotokolle:
Klinische Forschungsprotokolle:
- ■IVF-Trigger: 9,6 nmol/kg KG KP-54 subkutan, einmalig
- ■Endokrine Diagnostik: 0,1–1 nmol/kg KP-10 als i.v. Bolus
- ■Off-label Selbstanwendung: 0,1–0,2 mg KP-10, 2–3×/Woche — ohne valide Grundlage
Die Wirkdosis ist körpergewichtsabhängig und hormonkontextabhängig — ohne Laborwerte (LH, FSH, Testosteron) ist sinnvolle Dosierung nicht möglich.
Wie wird es angewendet?Subkutan oder intravenös in klinischen Studien
- ■Subkutan oder intravenös in klinischen Studien
- ■KP-10 (10 AS) vs. KP-54 (54 AS): KP-54 länger wirksam, KP-10 schneller, kürzer
- ■Keine orale Bioverfügbarkeit
- ■In der Reproduktionsmedizin: unter ärztlicher Überwachung mit Hormonmonitoring
Gibt es Risiken?Überwiegend gut verträglich in klinischen Studien:
Überwiegend gut verträglich in klinischen Studien:
- ■Leichte Rötung an der Injektionsstelle
- ■Hitzewallungen (Flush)
- ■Gelegentliche Übelkeit
- ■Bei Frauen: Risiko von Überstimulation (geringer als bei HCG)
- ■Hormonabhängige Tumore: absolut kontraindiziert
Ist es erlaubt?🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone — kein zugelassenes Arzneimittel; Verkauf üblich als Forschungsc…
- ■🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone — kein zugelassenes Arzneimittel; Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- ■Kein WADA-Verbot — nicht auf der Dopingliste
Was sagen Studien?~3.500 PubMed-Einträge; intensiv erforschtes Reproduktions-Neuropeptid.
~3.500 PubMed-Einträge; intensiv erforschtes Reproduktions-Neuropeptid. Evidenzlevel B:
- ■✅ Dhillo et al. 2005 (J Clin Endocrinol Metab): KP-54 und KP-10 lösen starke LH-Pulse in gesunden Männern aus
- ■✅ Jayasena et al. 2014 (J Clin Endocrinol Metab): Kisspeptin als IVF-Trigger — signifikant niedrigeres OHSS-Risiko vs. HCG
- ■⚠ Langzeit-Sicherheitsstudien für therapeutische Anwendungen fehlen noch
Häufige Fragen
Kann Kisspeptin Testosteron bei Männern erhöhen?
Was ist der Unterschied zu Gonadorelin (GnRH)?
Forschungsstand & Ranking
Tools & Ressourcen
Kisspeptin im Direktvergleich
Wie schlägt sich Kisspeptin gegen verwandte Wirkstoffe? Evidenz, Sicherheit und Rechtslage direkt nebeneinander:
Nächste Schritte
Wirkung, Dosierung & Risikoprofil von Kisspeptin gelesen.
Individuelle Dosierung auf Basis von Körpergewicht & Protokoll ermitteln.
Bakteriostatisches Wasser & Konzentration für die Rekonstitution berechnen.
PT-141
Vyleesi
Melanocortinrezeptor-Agonist (MC3R/MC4R). Als Vyleesi (Bremelanotid) in den USA für HSDD bei prämenopausalen Frauen zugelassen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Graubereich.
Melanotan II
Synthetischer nichtselektiver Melanocortin-Agonist. Von BfArM und UK MHRA als gefährlich eingestuft. Erhebliche Sicherheitsbedenken wegen Naevi-Veränderungen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Graubereich mit Warnhinweisen.
VIP
Endogenes 28-AS-Neuropeptid mit immunmodulatorischen und vasodilatatorischen Eigenschaften. Natürlich in Darm, Lunge und ZNS vorkommend. In der Forschung auf entzündliche Erkrankungen untersucht.