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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Immunsystem

VIP

VIP (Vasoactive Intestinal Peptide) ist ein endogenes 28-AS-Neuropeptid aus Darm, Lunge und Gehirn, das Entzündungen dämpft und glatte Muskulatur entspannt, eines der wichtigsten Neuropeptide überhaupt, aber klinisch noch kein Arzneimittel.

Solide EvidenzDE, AT, CH: Grauzone#20Rang 20 von 8063/100
AnwendungSubkutan (s.c.), Intranasal, Intramuskulär (i.m.)
Typische Dosis0,05–0,2 mg/Tag
Halbwertszeit~1–2 min (intravenös), länger bei anderen Applikationsformen
PubMed-Studien27546+
Fachangaben

Auch bekannt als: Vasoactive Intestinal Peptide, Vasoaktives intestinales Peptid

His-Ser-Asp-Ala-Val-Phe-Thr-Asp-Asn-Tyr-Thr-Arg-Leu-Arg-Lys-Gln-Met-Ala-Val-Lys-Lys-Tyr-Leu-Asn-Ser-Ile-Leu-Asn-OH (28 AS)

Quick Start Guide

0,05 mg pro Anwendung
Wie oft
4× täglich
Als Nasenspray
Zeitpunkt
Alle 6 Stunden
Wirkung ab wann
Symptomverbesserung nach Tagen bis Wochen
Lagerung
Pulver bei 2–8 °C, angemischt 14 Tage haltbar
3–6 Monate im CIRS-Kontext
Pause danach
Keine belastbaren Angaben
Intramuskuläre Anwendung ist als dritter Weg gelistet, eigene Kurzwerte dazu fehlen. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist VIP und wie wirkt es?

Einfach erklärt

VIP steht für Vasoactive Intestinal Peptide, nicht wegen Wichtigkeit, sondern weil es 1970 aus Schweinedünndarm (Intestinum = Darm) isoliert wurde und Blutgefäße erweitert (vasoaktiv). Dein Körper produziert VIP selbst: in Neuronen des Darms, der Lunge, des Gehirns und in Immunzellen. Es wirkt als Neuropeptid, Neurotransmitter und Immunmodulator gleichzeitig. VIP entspannt glatte Muskeln (Bronchien, Blutgefäße, Darm) und dämpft gleichzeitig Entzündungsreaktionen. Das macht es zu einem interessanten Kandidaten für Atemwegserkrankungen und Autoimmunity, bisher gibt es aber kein zugelassenes VIP-Arzneimittel.

VIP (Vasoactive Intestinal Peptide) ist ein endogenes 28-Aminosäure-Neuropeptid, das 1970 von Said und Mutt aus Schweinedünndarm isoliert wurde. Es kommt im enterischen Nervensystem, der Lunge, dem ZNS und Immunzellen vor. VIP bindet an VPAC1- und VPAC2-Rezeptoren. Forschungsgruppen untersuchen VIP-Analoga für entzündliche Erkrankungen.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Bindet an VPAC1- und VPAC2-Rezeptoren (G-Protein-gekoppelt) → erhöht intrazelluläres cAMP.
  • In Immunzellen: hemmt TNF-α, IL-6, IL-12 (proinflammatorische Botenstoffe) und fördert regulatorische T-Zellen.
  • In Bronchien: Bronchodilatation (Erweiterung der Atemwege), natürlicher Gegenspieler zu Bronchokonstriktoren.
  • In Blutgefäßen: Vasodilatation (Erweiterung) → Blutdruckabfall, wesentliche klinische Einschränkung.
  • HWZ nur 1–2 Minuten i.v. ohne Depot oder Analogum sehr kurz wirksam.

VIP aktiviert VPAC1- und VPAC2-Rezeptoren und erhöht intrazellulären cAMP. In Immunzellen hemmt VIP proinflammatorische Zytokine (TNF-alpha, IL-6, IL-12) und fördert regulatorische T-Zell-Differenzierung. In glatten Muskelzellen wirkt VIP vasodilatatorisch und bronchodilatatorisch.

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Immunmodulation (anti-inflammatorisch)“ ist in Tierstudien belegt.
  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.

Spricht dagegen

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
  • Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Hypotonie und Tachykardie.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Gut etablierte Forschungsgrundlage, noch kein zugelassenes Therapeutikum:

  • Immunmodulation (anti-inflammatorisch): Hemmung proinflammatorischer Zytokine in Zell- und Tiermodellen (Level B)
  • Bronchodilatation: in Lungenmodellen und frühen Humanstudien (Level B)
  • Regulatorische T-Zellen: VIP fördert Treg-Differenzierung, potentiell relevant bei Autoimmunität (Level C)
  • Pulmonale Hypertonie: VIP-Analoga in klinischer Phase-2-Entwicklung
VIP senkt den Blutdruck stark. Bei bestehender Hypotonie oder blutdrucksenkenden Medikamenten kann das gefährlich sein.

Immunmodulation (anti-inflammatorisch)

Solide EvidenzTier

Umfangreiche Zell- und Tiermodell-Literatur belegt Hemmung proinflammatorischer Signalwege via VPAC-Rezeptoren. Phase-2-Studien mit VIP-Analoga laufen. Endogenes VIP-Forschungsfeld sehr gut etabliert.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Forschungsprotokolle, keine klinisch validierten Humandosierungen:

  • Intravenös (Forschung): 0,05–0,2 mg/Tag, aber HWZ nur Minuten, daher nur als Kurzinfusion
  • Intranasal (Forschung): alternative Route für ZNS-Effekte untersucht
  • Subkutan (Selbstanwender): 0,05–0,2 mg/Tag, ohne Evidenzgrundlage
VIP hat eine Halbwertszeit von nur 1–2 Minuten systemisch. Jede Dosierungsstrategie für Selbstanwendung ignoriert diese pharmakokinetische Realität.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Forschungsprotokoll0,05–0,2 mg/TagVariabelEndogenes Peptid mit sehr kurzer Halbwertszeit
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Klinische Forschung: meist i.v. oder inhalativ (für Lungenindikationen)
  • VIP-Analoga mit längerer HWZ: in klinischer Entwicklung für pulmonale Hypertonie
  • Intranasal: für neuropsychiatrische Forschung untersucht
  • Problem: natives VIP zu kurz wirksam für praktische subkutane Selbstanwendung
Subkutan (s.c.)IntranasalIntramuskulär (i.m.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Gut charakterisierte vasoaktive Nebenwirkungen:

  • Hypotonie (Blutdruckabfall): stärkste und klinisch relevanteste Nebenwirkung
  • Tachykardie (schneller Herzschlag als Kompensation)
  • Flush (Hautrötung, Hitzegefühl)
  • Übelkeit bei höheren Dosen
  • Interaktion mit blutdrucksenkenden Medikamenten: verstärkter Druckabfall
Personen mit kardiovaskulären Erkrankungen oder unter blutdrucksenkenden Medikamenten sollten VIP nicht ohne ärztliche Begleitung anwenden.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Hypotonie (vasodilatatorisch)
  • Tachykardie
  • Flush
  • Kurze Wirkdauer

Kontraindikationen

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen mit Hypotonie-Risiko
  • Blutdrucksenkende Medikamente

Studienlage

Einfach erklärt

Eines der am besten erforschten Neuropeptide. Evidenzlevel B:

  • ✅ Smalley et al. 2009: Überblick über VIP als Immunmodulator bei Autoimmunerkrankungen
  • ✅ Phase-2-Studien mit VIP-Inhalation bei pulmonaler arterieller Hypertonie zeigten Effekte
  • ⚠ Sehr kurze HWZ macht therapeutische Entwicklung des nativen Peptids schwierig
  • ⚠ Stabilere VIP-Analoga sind in Entwicklung, aber noch nicht zugelassen

Performance of Large Language Models in Automated Medical Literature Screening: A Systematic Review and Meta-Analysis

Human

Xie C, et al. (2026), Journal of evidence-based medicine

Meta-Analyse bewertet Leistung von Sprachmodellen (LLMs) beim automatisierten Screening medizinischer Literatur. LLMs zeigten hohe Sensitivität (0.92-0.99) und Spezifität (0.94-0.99) sowie deutliche Effizienzgewinne.

PubMed →

Survival benefit of concurrent beta-blocker use in cancer patients treated with radiotherapy: A systematic review and meta-analysis

Human

Xu W, et al. (2026), Medicine

Eine Meta-Analyse von 8 Studien mit 3165 Krebspatienten unter Strahlentherapie fand eine Assoziation zwischen Betablocker-Einsatz und verbessertem Gesamtüberleben. Dies könnte die Strahlenwirkung verstärken.

PubMed →

Effects of different oral intake management during labor on maternal and neonatal outcomes: A protocol for a systematic review and network meta-analysis

Human

Nian Z, et al. (2026), PloS one

Dieses Protokoll für einen systematischen Review und eine Netzwerk-Metaanalyse untersucht orales Intake-Management während der Geburt und Mutter-Kind-Outcomes. Der Peptidwirkstoff VIP ist nicht Gegenstand dieser Forschun…

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • VIP-Analoga: in klinischer Entwicklung für pulmonale Hypertonie (Phase 2)
  • Kein WADA-Verbot, nicht auf der Dopingliste
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Nicht als Arzneimittel zugelassen. VIP-Analoga in klinischer Entwicklung. RUO in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im SportWADA: Erlaubt

Neuropeptid/Hormon. Nicht auf der WADA-Liste.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu VIP

Kommt VIP natürlich im Körper vor?
Ja. VIP ist ein endogenes Neuropeptid in Darm, Lunge und ZNS. Exogene Applikation ist wegen der sehr kurzen Halbwertszeit (Minuten) für therapeutische Zwecke schwierig, daher werden stabilere VIP-Analoga entwickelt.
Warum wird VIP im Kontext von CIRS (Chronic Inflammatory Response Syndrome) diskutiert?
Einige funktionalmedizinische Ärzte setzen intranasales VIP bei CIRS ein (Shoemaker-Protokoll). Die Evidenz hierfür ist schwach und nicht in kontrollierten Studien belegt. VIP ist in diesem Kontext Off-label und umstritten. Es gibt keine Zulassung für diese Indikation.
Kann man VIP als Nasenspray anwenden?
Intranasal wurde VIP in Forschungskontexten untersucht. Ob relevante Mengen ins Gehirn gelangen, ist fraglich. Selbst hergestellte Nasensprays sind ohne Qualitätskontrolle und klinische Grundlage. Fertige zugelassene VIP-Nasensprays gibt es in DACH nicht.
Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für VIP sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,05–0,2 mg
niedrig · 0,05 mghoch · 0,2 mg
Frequenz: 1–2× täglich
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration1 mg/ml
Abzug5 U
020406080100U5.00 U0.050 ml
2 mg Vial + 2 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,05 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema2 Phasen
Zyklus: 3–6 Monate im CIRS-Kontext.
4× täglich intranasal (Shoemaker-Protokoll) oder 2× täglich sc.
Zum Protokoll
Fact Sheet

Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent

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