IGF-DES (Des(1-3)-IGF-1)
IGF-DES ist eine natürlich vorkommende verkürzte Version von IGF-1, die stärker bindet, kürzer wirkt und gezielt im Gewebe aktiv ist, besonders im Gehirn und in Muskeln.
Fachangaben
Auch bekannt als: Des-IGF-1, IGF-1 DES, Des(1-3)IGF-1
Des(1-3)-IGF-I (N-terminal trunkiertes Insulin-like Growth Factor 1, 67 AS)
Quick Start Guide
IntramuskulärGrundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist IGF-DES (Des(1-3)-IGF-1) und wie wirkt es?
IGF-DES (Des-1,2,3-IGF-1) ist eine natürliche Variante von IGF-1, bei der die ersten drei Aminosäuren am N-Terminus fehlen (des = lat. „ohne"). Diese kleine Änderung hat zwei Konsequenzen: Erstens bindet IGF-DES noch schlechter an IGFBPs als IGF-1, was lokale Wirksamkeit erhöht. Zweitens hat es eine höhere Affinität zum IGF-1-Rezeptor als normales IGF-1. Es kommt natürlich im Gehirn und einigen anderen Geweben vor. Sehr kurze Halbwertszeit: ~20–30 Minuten.
IGF-DES (Des(1-3)-IGF-1, auch "Des-IGF-1") ist eine natürlich vorkommende IGF-1-Variante, die im Gehirn und möglicherweise in anderen Geweben durch proteolytische Abspaltung der ersten drei N-terminalen Aminosäuren (Gly-Pro-Glu) entsteht. Synthetisch hergestellt wird es als 67-Aminosäuren-Peptid. Aufgrund des Fehlens der ersten drei Aminosäuren bindet IGF-DES mit deutlich geringerer Affinität an IGF-bindende Proteine (IGFBPs), besitzt aber eine im Vergleich zu nativem IGF-1 höhere intrinsische Affinität zum IGF-1-Rezeptor. In Zellkulturexperimenten stimuliert IGF-DES stärker als natives IGF-1 bei äquimolarer Konzentration. Im Gehirn wird IGF-DES als das hauptsächlich aktive IGF-1-Molekül angesehen. Klinische oder In-vivo-Humanstudien zu exogen appliziertem IGF-DES als Forschungssubstanz fehlen. Die Substanz ist ein spezialisiertes Forschungsreagenz für die Grundlagenforschung.
Wirkungsweise
- Bindet IGF-1R mit höherer Affinität als natives IGF-1
- Sehr geringe IGFBP-Bindung → wirkt hauptsächlich lokal (im Injektionsgebiet)
- Kurze HWZ (~20–30 min) → pulsartiger Effekt, kein systemisches Risiko
- Stimuliert Proteinsynthese und Zellwachstum lokal
- Kommt natürlich im ZNS vor, neuroprotektives Potenzial erforscht
Aktiviert den IGF-1-Rezeptor (IGF-1R) mit höherer Effizienz als natives IGF-1. Downstream-Aktivierung der PI3K/Akt/mTOR- und MAPK-Kaskaden. Die reduzierte IGFBP-Bindung führt zu einer höheren freien Fraktion in Zellkultursystemen. Im ZNS möglicherweise neurotrophe Funktion.
Spricht dafür
- Der Wirkstoff ist Gegenstand aktiver Forschung.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
IGF-DES wird für lokale Anwendung diskutiert:
- Lokale Muskelwachstums-Förderung (z.B. gezielte intramuskuläre Injektion)
- Schnelle, kurze anabole Wirkung ohne systemischen Spill-over
- Neuroprotektives Potenzial im ZNS (natürliche Vorkommen-Kontext)
- Regenerationsunterstützung im Injektionsgebiet
Erhöhte Rezeptoraffinität
Bindet deutlich stärker an den zellulären IGF-1-Rezeptor als natives IGF-1, was zu einer verstärkten lokalen Reaktion führt.
Reduzierte IGFBP-Bindung
Durch das Fehlen der ersten drei Aminosäuren binden deaktivierende Transportproteine (IGFBPs) kaum noch an das Molekül.
Neurotrophe Funktion
Als natürlich im Gehirn vorkommende Variante zeigt es potenzielle neuroprotektive und neuronale Wachstumsfunktionen.
Dosierung und Anwendung
In Forschungskreisen berichtet:
- 0,05–0,15 mg täglich, intramuskulär in die Zielmuskelgruppe
- Post-Training-Injektion, wenn IGF-1R-Expression im Muskel erhöht ist
- Kurze HWZ → mehrere tägliche Injektionen für längere Wirkung nötig
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Forschungsanwendung | 0,02–0,05 mg | Vor Aktivität | Wegen der sehr kurzen Halbwertszeit oft lokal (z. B. intramuskulär) angewendet. |
Anwendungsformen
- Intramuskuläre Injektion in Zielmuskelgruppe (lokale Wirkung gewünscht)
- Subkutan auch möglich, aber lokal weniger präzise
- Lyophilisiertes Pulver, temperaturempfindlich
- Kurze HWZ limitiert auf eine pulsartige Wirkung
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
IGF-DES gilt als lokal begrenzter als IGF-1 LR3:
- Geringeres systemisches Risiko durch kurze HWZ und lokale Wirkung
- Dennoch: Hypoglykämie bei hoher Dosierung möglich
- Tumorwachstums-Risiko bei lokaler Applikation geringer, aber nicht null
- Lokale Reaktionen an der Einstichstelle
- Wenig Humandaten. Sicherheitsprofil nur aus Tiermodellen ableitbar
Bekannte Nebenwirkungen
- •Hypoglykämie (akutes Unterzuckerungsrisiko)
- •Lokale Schwellungen oder Rötungen an der Injektionsstelle
- •Beschleunigtes Zellwachstum bei Vorerkrankungen
Kontraindikationen
- •Aktive Krebserkrankungen
- •Wettkampfsport (WADA-Sperre)
- •Insulinresistenz / Typ-2-Diabetes
Studienlage
IGF-DES hat eine moderate Publikationslage, Evidenzniveau C:
- ✅ Tierstudien: lokale Muskelhypertrophie nach intramuskulärer Injektion
- ✅ Natürliches Vorkommen im ZNS gut dokumentiert. Basisbiologie solide
- ⚠ Mechanistisch plausibel, aber klinische Wirksamkeit beim Menschen unbewiesen
- ❌ Keine randomisierten Humanstudien zu Sport- oder Fitnesseffekten
Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Nicht zugelassen. Eigenanwendung nicht legal, nur als Research Chemical (RUO) erhältlich.
- 🏅 WADA S2, verboten im Wettkampfsport
Nicht als Arzneimittel zugelassen. WADA-Sperre (S2). Ausschließlich als Forschungsreagenz erhältlich.
IGF-1-Fragment mit erhöhter Rezeptoraffinität. Kein Arzneimittel. In- und Out-of-Competition verboten.
Häufige Fragen zu IGF-DES (Des(1-3)-IGF-1)
Kommt IGF-DES natürlich im Körper vor?
Warum wird IGF-DES oft intramuskulär gespritzt?
Warum IGF-DES statt IGF-1 LR3?
Was bedeutet „lokal wirkend" bei einer subkutanen Injektion?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für IGF-DES (Des(1-3)-IGF-1) sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
IGF-1 LR3
Modifiziertes IGF-1-Analogon mit 13-AS-Verlängerung am N-Terminus und Arg3-Substitution, das in Forschungsmodellen eine deutlich verlängerte Halbwertszeit gegenüber nativem IGF-1 zeigt.
PEG-MGF
Pegylierte Form des Mechano Growth Factor, einer Spleißvariante von IGF-1, die in präklinischen Modellen nach mechanischer Belastung die Satellitenzell-Aktivierung stimuliert.
MK-677
Orales Ghrelin-Mimetikum / Wachstumshormon-Sekretagogum. Kein Peptid im engeren Sinne, aber peptidomimetisch. WADA-gesperrt. In der Forschung auf GH-Puls-Simulation untersucht.