IGF-1 LR3
IGF-1 LR3 ist eine verlängerte, besonders wirksame Variante von IGF-1, der stärkste Wachstumsfaktor im Körper, der Zellwachstum in Muskel, Knochen und fast allen Geweben antreibt.
Fachangaben
Auch bekannt als: Long R3 IGF-1, IGF-1 Long R3
Long-R3-IGF-I (Insulin-like Growth Factor 1 Long-Arg3-Variante, 83 AS)
Quick Start Guide
SubkutanGrundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist IGF-1 LR3 und wie wirkt es?
IGF-1 LR3 (Insulin-like Growth Factor-1 Long Arg3) ist eine synthetische Modifikation von IGF-1: Statt der normalen 70 Aminosäuren hat es 83 AS (13 weitere am N-Terminus), und die Aminosäure an Position 3 ist von Glutamat zu Arginin verändert. Warum das wichtig ist: IGF-1 bindet normalerweise sehr stark an IGF-Bindeproteine (IGFBPs) im Blut, die es inaktivieren. LR3 bindet ~1000-fach schlechter an IGFBPs, und bleibt deshalb viel länger biologisch aktiv. Halbwertszeit: ~20–30 Stunden statt weniger Stunden bei nativem IGF-1.
IGF-1 LR3 (Long R3 Insulin-like Growth Factor 1) ist ein synthetisches Analogon des humanen IGF-1 (70 Aminosäuren). Es enthält zwei Modifikationen: eine 13-Aminosäuren-Verlängerung am N-Terminus (daher "Long") und eine Arginin-Substitution an Position 3 statt Glutaminsäure (daher "R3"). Diese Modifikationen führen zu einer deutlich reduzierten Bindungsaffinität für IGF-bindende Proteine (IGFBPs), die im Blut normalerweise den IGF-1-Spiegel regulieren. Da IGFBPs IGF-1 mit hoher Affinität binden und seine Verfügbarkeit kontrollieren, erhöht die reduzierte IGFBP-Bindung die freie, biologisch aktive Fraktion von IGF-1 LR3. In der Konsequenz besitzt IGF-1 LR3 eine In-vitro-Halbwertszeit von ca. 20-30 Stunden gegenüber 12-15 Stunden für natives IGF-1. IGF-1 LR3 wird hauptsächlich als Forschungsreagenz in der Zellkultur eingesetzt, um die IGF-1-Signalgebung zu untersuchen ohne IGFBP-Interferenz. Für In-vivo-Studien am Menschen gibt es keine publizierten Daten.
Wirkungsweise
- Aktiviert IGF-1-Rezeptor (IGF-1R). Wachstumssignal in nahezu allen Körperzellen
- Fördert Glukoseaufnahme in Muskelzellen (ähnlich Insulin)
- Stimuliert Proteinsynthese und hemmt Proteinabbau
- Aktiviert Satellitenzellen (Muskelstammzellen)
- Minimale IGFBP-Bindung → lange systemische Verfügbarkeit (~24h)
Bindet an den IGF-1-Rezeptor (IGF-1R) mit ähnlicher Affinität wie natives IGF-1 und aktiviert die PI3K/Akt/mTOR- und MAPK/ERK-Signalwege. Die reduzierte IGFBP-Bindung (ca. 1000-fach geringer als IGF-1) führt zu einer verlängerten Rezeptoraktivierung in vitro. Biologisch aktiver als natives IGF-1 im Zellkultursetting.
Spricht dafür
- Der Wirkstoff ist Gegenstand aktiver Forschung.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
IGF-1 LR3 gilt als eines der potentesten anabolen Peptide:
- Starke Förderung von Muskelproteinsynthese
- Beschleunigung der Regeneration nach Training
- Hyperplasie (neue Muskelfasern), nicht nur Hypertrophie, möglich
- Verbesserung der Nährstoffaufnahme in Muskelzellen
- Systemische Wirkung auf alle Gewebe. Knochen, Knorpel, Organe
Reduzierte IGFBP-Bindung
Bindet deutlich schwächer an IGF-bindende Proteine, was die freie, aktive Konzentration im Vergleich zu nativem IGF-1 signifikant erhöht.
Zellwachstum & Proliferation
Aktiviert den PI3K/Akt/mTOR-Signalweg und fördert so Zellwachstum und Proteinsynthese in experimentellen Modellen.
Verlängerte Bioverfügbarkeit
Durch strukturelle Modifikationen wird der Abbau stark verlangsamt, was zu einer deutlich verlängerten Rezeptoraktivierung führt.
Dosierung und Anwendung
In Forschungskreisen beschrieben:
- 0,05–0,15 mg täglich oder jeden zweiten Tag
- Subkutan oder intramuskulär post-Training
- Zyklen von 4–6 Wochen werden empfohlen (systemische Wirkung nicht unterschätzen)
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Forschungsanwendung | 0,02–0,05 mg | 1× täglich | Häufig an Trainingstagen, meist intramuskulär oder subkutan in Zyklen von max. 4 Wochen angewendet. |
Anwendungsformen
- Subkutane oder intramuskuläre Injektion
- Post-Training-Fenster bevorzugt
- Lyophilisiertes Pulver, Rekonstitution mit Essigsäure oder bakteriostatischem Wasser
- Kühlkettenpflichtig (sehr temperaturempfindlich)
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
IGF-1 LR3 hat ein ernstes Risikoprofil:
- Hypoglykämie. IGF-1 hat insulinähnliche Wirkung, Blutzucker kann stark sinken
- Organwachstum. Leber, Milz, Herz können langfristig vergrößert werden
- Tumorpromotion. IGF-1R ist bei vielen Krebsarten überexprimiert
- Wassereinlagerungen, Gelenksschmerzen, Kribbeln
- Akromegalie-ähnliche Veränderungen bei Missbrauch (Kiefer, Hände wachsen)
Bekannte Nebenwirkungen
- •Hypoglykämie (Unterzuckerung durch Insulin-Kreuzreaktivität)
- •Wassereinlagerungen (Ödeme)
- •Mögliches Organwachstum (bei chronischer Überdosierung)
- •Potenzielle Tumorpromotion (als genereller Zellwachstumsfaktor)
Kontraindikationen
- •Aktive Krebserkrankungen oder hohes familiäres Risiko
- •Wettkampfsport (WADA-Sperre)
- •Insulinresistenz oder Typ-2-Diabetes
Studienlage
IGF-1 LR3 hat eine moderate Publikationslage, Evidenzniveau C:
- ✅ Tierstudien: starke anabole Wirkung belegt, Muskelwachstum und Regeneration
- ✅ Mechanismus (IGFBP-Resistenz) gut charakterisiert
- ⚠ Keine Humanstudien zu Leistungseffekten, einige Sicherheitsstudien vorhanden
- ❌ Tumorförderungs-Risiko ist kein Randproblem. IGF-1R ist ein aktives Krebsziel in der Onkologie
The emerging landscape of performance-enhancing peptides modulating GH-IGF1 axis: bridging the gap between clinical evidence and patient self-administration
HumanDominikowski A, et al. (2026), Frontiers in Endocrinology
Eine Übersichtsarbeit kartiert die Evidenzlage leistungssteigernder Peptide entlang der GH-IGF-1-Achse und stellt die Lücke zwischen klinischen Daten und verbreiteter Selbstanwendung heraus. Für die meisten dieser Substanzen fehlen kontrollierte Studien am Menschen.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Nicht zugelassen. Eigenanwendung nicht legal, nur als Research Chemical (RUO) erhältlich.
- 🏅 WADA S2, weltweit im Wettkampfsport verboten
Nicht als Arzneimittel zugelassen. WADA-Sperre (S2). Nur für Forschungszwecke.
Langwirksames IGF-1-Analogon. Kein zugelassenes Arzneimittel → keine TUE. In- und Out-of-Competition verboten.
Labormonitoring für Forschungszwecke
Kurzübersicht: IGF-1 LR3 wirkt direkt auf IGF-Rezeptoren, darum macht das Hypoglykämie-Risiko Glukose- und Insulin-Monitoring essentiell.
Direkter Surrogatmarker für IGF-Achsen-Aktivität, jedoch wird IGF-1 LR3 im Standard-IGF-1-ELISA möglicherweise miterfasst.
IGF-1 LR3 wirkt insulinähnlich, deshalb besteht ein Hypoglykämie-Risiko, besonders nach dem Training.
Langzeit-Glukosestoffwechsel überwachen.
IGF-1-Achsen-Aktivierung kann Insulinspiegel beeinflussen.
Die Leber ist zentrales Organ für IGF-1-Produktion und -Abbau. Leberwerte zur Sicherheitskontrolle.
IGF-1 LR3 hat eine deutlich längere Halbwertszeit als natives IGF-1. Kumulative Effekte auf Glukose sollten sorgfältig überwacht werden.
Häufige Fragen zu IGF-1 LR3
Was ist der Unterschied zu IGF-DES?
Baut IGF-1 LR3 ausschließlich Muskeln auf?
Was ist der Unterschied zwischen IGF-1 LR3 und normalem IGF-1?
Kann IGF-1 LR3 Krebs auslösen?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für IGF-1 LR3 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
IGF-DES (Des(1-3)-IGF-1)
N-terminal trunkiertes IGF-1-Analogon mit den ersten 3 Aminosäuren entfernt, das in vitro eine erhöhte Rezeptor-Bindungsaffinität und reduzierte IGFBP-Affinität zeigt.
PEG-MGF
Pegylierte Form des Mechano Growth Factor, einer Spleißvariante von IGF-1, die in präklinischen Modellen nach mechanischer Belastung die Satellitenzell-Aktivierung stimuliert.
MK-677
Orales Ghrelin-Mimetikum / Wachstumshormon-Sekretagogum. Kein Peptid im engeren Sinne, aber peptidomimetisch. WADA-gesperrt. In der Forschung auf GH-Puls-Simulation untersucht.