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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Fitness

IGF-1 LR3

IGF-1 LR3 ist eine verlängerte, besonders wirksame Variante von IGF-1, der stärkste Wachstumsfaktor im Körper, der Zellwachstum in Muskel, Knochen und fast allen Geweben antreibt.

VorklinischDE, AT, CH: Grauzone#47Rang 47 von 8048/100
AnwendungSubkutan (s.c.), Intramuskulär (i.m.)
Typische Dosis0,02–0,06 mg/Tag
Halbwertszeit~20–30 Stunden (deutlich länger als natives IGF-1)
PubMed-Studien16+
Fachangaben

Auch bekannt als: Long R3 IGF-1, IGF-1 Long R3

Long-R3-IGF-I (Insulin-like Growth Factor 1 Long-Arg3-Variante, 83 AS)

Quick Start Guide

Subkutan
0,02–0,05 mg täglich, bis 0,1 mg in fortgeschrittenen Protokollen
Wie oft
1× täglich
Unter die Haut, Injektionsstelle wechseln
Zeitpunkt
Vor dem Training oder unmittelbar danach
Wirkung ab wann
Erste Effekte nach 1–2 Wochen, deutlich spürbar nach 2–4 Wochen
Lagerung
Pulver bei −20 °C bis zu 12 Monate. Angemischt bei 2–8 °C, innerhalb 30 Tagen aufbrauchen.
4–6 Wochen
Pause danach
Mindestens 4 Wochen
Verboten (S2.3)
Intramuskuläre Anwendung ist ebenso üblich, eigene Kurzwerte dazu fehlen. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist IGF-1 LR3 und wie wirkt es?

Einfach erklärt

IGF-1 LR3 (Insulin-like Growth Factor-1 Long Arg3) ist eine synthetische Modifikation von IGF-1: Statt der normalen 70 Aminosäuren hat es 83 AS (13 weitere am N-Terminus), und die Aminosäure an Position 3 ist von Glutamat zu Arginin verändert. Warum das wichtig ist: IGF-1 bindet normalerweise sehr stark an IGF-Bindeproteine (IGFBPs) im Blut, die es inaktivieren. LR3 bindet ~1000-fach schlechter an IGFBPs, und bleibt deshalb viel länger biologisch aktiv. Halbwertszeit: ~20–30 Stunden statt weniger Stunden bei nativem IGF-1.

IGF-1 LR3 (Long R3 Insulin-like Growth Factor 1) ist ein synthetisches Analogon des humanen IGF-1 (70 Aminosäuren). Es enthält zwei Modifikationen: eine 13-Aminosäuren-Verlängerung am N-Terminus (daher "Long") und eine Arginin-Substitution an Position 3 statt Glutaminsäure (daher "R3"). Diese Modifikationen führen zu einer deutlich reduzierten Bindungsaffinität für IGF-bindende Proteine (IGFBPs), die im Blut normalerweise den IGF-1-Spiegel regulieren. Da IGFBPs IGF-1 mit hoher Affinität binden und seine Verfügbarkeit kontrollieren, erhöht die reduzierte IGFBP-Bindung die freie, biologisch aktive Fraktion von IGF-1 LR3. In der Konsequenz besitzt IGF-1 LR3 eine In-vitro-Halbwertszeit von ca. 20-30 Stunden gegenüber 12-15 Stunden für natives IGF-1. IGF-1 LR3 wird hauptsächlich als Forschungsreagenz in der Zellkultur eingesetzt, um die IGF-1-Signalgebung zu untersuchen ohne IGFBP-Interferenz. Für In-vivo-Studien am Menschen gibt es keine publizierten Daten.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Aktiviert IGF-1-Rezeptor (IGF-1R). Wachstumssignal in nahezu allen Körperzellen
  • Fördert Glukoseaufnahme in Muskelzellen (ähnlich Insulin)
  • Stimuliert Proteinsynthese und hemmt Proteinabbau
  • Aktiviert Satellitenzellen (Muskelstammzellen)
  • Minimale IGFBP-Bindung → lange systemische Verfügbarkeit (~24h)

Bindet an den IGF-1-Rezeptor (IGF-1R) mit ähnlicher Affinität wie natives IGF-1 und aktiviert die PI3K/Akt/mTOR- und MAPK/ERK-Signalwege. Die reduzierte IGFBP-Bindung (ca. 1000-fach geringer als IGF-1) führt zu einer verlängerten Rezeptoraktivierung in vitro. Biologisch aktiver als natives IGF-1 im Zellkultursetting.

Spricht dafür

  • Der Wirkstoff ist Gegenstand aktiver Forschung.

Spricht dagegen

  • Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

IGF-1 LR3 gilt als eines der potentesten anabolen Peptide:

  • Starke Förderung von Muskelproteinsynthese
  • Beschleunigung der Regeneration nach Training
  • Hyperplasie (neue Muskelfasern), nicht nur Hypertrophie, möglich
  • Verbesserung der Nährstoffaufnahme in Muskelzellen
  • Systemische Wirkung auf alle Gewebe. Knochen, Knorpel, Organe
Systemische IGF-1-Wirkung bedeutet auch: Wachstumsförderung in potenziell malignen Zellen. Bei Tumorrisiko kontraindiziert.

Reduzierte IGFBP-Bindung

VorklinischIn-vitro

Bindet deutlich schwächer an IGF-bindende Proteine, was die freie, aktive Konzentration im Vergleich zu nativem IGF-1 signifikant erhöht.

Zellwachstum & Proliferation

VorklinischIn-vitro

Aktiviert den PI3K/Akt/mTOR-Signalweg und fördert so Zellwachstum und Proteinsynthese in experimentellen Modellen.

Verlängerte Bioverfügbarkeit

VorklinischIn-vitro

Durch strukturelle Modifikationen wird der Abbau stark verlangsamt, was zu einer deutlich verlängerten Rezeptoraktivierung führt.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

In Forschungskreisen beschrieben:

  • 0,05–0,15 mg täglich oder jeden zweiten Tag
  • Subkutan oder intramuskulär post-Training
  • Zyklen von 4–6 Wochen werden empfohlen (systemische Wirkung nicht unterschätzen)
Hypoglykämie-Risiko (wie bei Insulin), nicht allein injizieren. Keine zugelassene Humandosierung.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Forschungsanwendung0,02–0,05 mg1× täglichHäufig an Trainingstagen, meist intramuskulär oder subkutan in Zyklen von max. 4 Wochen angewendet.
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Subkutane oder intramuskuläre Injektion
  • Post-Training-Fenster bevorzugt
  • Lyophilisiertes Pulver, Rekonstitution mit Essigsäure oder bakteriostatischem Wasser
  • Kühlkettenpflichtig (sehr temperaturempfindlich)
Subkutan (s.c.)Intramuskulär (i.m.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

IGF-1 LR3 hat ein ernstes Risikoprofil:

  • Hypoglykämie. IGF-1 hat insulinähnliche Wirkung, Blutzucker kann stark sinken
  • Organwachstum. Leber, Milz, Herz können langfristig vergrößert werden
  • Tumorpromotion. IGF-1R ist bei vielen Krebsarten überexprimiert
  • Wassereinlagerungen, Gelenksschmerzen, Kribbeln
  • Akromegalie-ähnliche Veränderungen bei Missbrauch (Kiefer, Hände wachsen)
IGF-1 LR3 ist eines der riskantesten Peptide für Selbstanwendung. Hypoglykämie kann lebensbedrohlich sein.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Hypoglykämie (Unterzuckerung durch Insulin-Kreuzreaktivität)
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Mögliches Organwachstum (bei chronischer Überdosierung)
  • Potenzielle Tumorpromotion (als genereller Zellwachstumsfaktor)

Kontraindikationen

  • Aktive Krebserkrankungen oder hohes familiäres Risiko
  • Wettkampfsport (WADA-Sperre)
  • Insulinresistenz oder Typ-2-Diabetes

Studienlage

Einfach erklärt

IGF-1 LR3 hat eine moderate Publikationslage, Evidenzniveau C:

  • ✅ Tierstudien: starke anabole Wirkung belegt, Muskelwachstum und Regeneration
  • ✅ Mechanismus (IGFBP-Resistenz) gut charakterisiert
  • ⚠ Keine Humanstudien zu Leistungseffekten, einige Sicherheitsstudien vorhanden
  • ❌ Tumorförderungs-Risiko ist kein Randproblem. IGF-1R ist ein aktives Krebsziel in der Onkologie

The emerging landscape of performance-enhancing peptides modulating GH-IGF1 axis: bridging the gap between clinical evidence and patient self-administration

Human

Dominikowski A, et al. (2026), Frontiers in Endocrinology

Eine Übersichtsarbeit kartiert die Evidenzlage leistungssteigernder Peptide entlang der GH-IGF-1-Achse und stellt die Lücke zwischen klinischen Daten und verbreiteter Selbstanwendung heraus. Für die meisten dieser Substanzen fehlen kontrollierte Studien am Menschen.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Nicht zugelassen. Eigenanwendung nicht legal, nur als Research Chemical (RUO) erhältlich.
  • 🏅 WADA S2, weltweit im Wettkampfsport verboten
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Nicht als Arzneimittel zugelassen. WADA-Sperre (S2). Nur für Forschungszwecke.

Im SportWADA: Verboten (S2.3)

Langwirksames IGF-1-Analogon. Kein zugelassenes Arzneimittel → keine TUE. In- und Out-of-Competition verboten.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Labormonitoring für Forschungszwecke

Kurzübersicht: IGF-1 LR3 wirkt direkt auf IGF-Rezeptoren, darum macht das Hypoglykämie-Risiko Glukose- und Insulin-Monitoring essentiell.

Zeitplan:Vor Beginn->Nach 4 Wochen->Nach 8 Wochen
Essentiell
IGF-1

Direkter Surrogatmarker für IGF-Achsen-Aktivität, jedoch wird IGF-1 LR3 im Standard-IGF-1-ELISA möglicherweise miterfasst.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4 WochenRichtwert: ~100–350 ng/ml
Nüchternglukose

IGF-1 LR3 wirkt insulinähnlich, deshalb besteht ein Hypoglykämie-Risiko, besonders nach dem Training.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4 WochenRichtwert: 70–100 mg/dl
HbA1c

Langzeit-Glukosestoffwechsel überwachen.

Zeitpunkt: Baseline, nach 8 WochenRichtwert: < 5,7 %
Insulin nüchtern

IGF-1-Achsen-Aktivierung kann Insulinspiegel beeinflussen.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4 WochenRichtwert: 2–25 µIU/ml
Empfohlen
Leberwerte
ALT, AST, GGT

Die Leber ist zentrales Organ für IGF-1-Produktion und -Abbau. Leberwerte zur Sicherheitskontrolle.

Zeitpunkt: Baseline, nach 8 WochenRichtwert: ALT < 35 U/l | AST < 35 U/l | GGT < 55 U/l

IGF-1 LR3 hat eine deutlich längere Halbwertszeit als natives IGF-1. Kumulative Effekte auf Glukose sollten sorgfältig überwacht werden.

Häufige Fragen zu IGF-1 LR3

Was ist der Unterschied zu IGF-DES?
IGF-DES hat eine N-terminale Kürzung (fehlen der ersten 3 AS), was die IGF-1R-Bindungsaffinität erhöht aber IGFBP-Bindung anders beeinflusst. IGF-1 LR3 hat eine N-terminale Verlängerung. Beide sind synthetische Forschungsanaloga.
Baut IGF-1 LR3 ausschließlich Muskeln auf?
Nein, IGF-1 ist ein systemischer Wachstumsfaktor. Es fördert das Wachstum fast aller Gewebe, einschließlich Darm und innerer Organe. Dies ist ein Hauptgrund für die Sicherheitsbedenken bei unsachgemäßer Anwendung.
Was ist der Unterschied zwischen IGF-1 LR3 und normalem IGF-1?
Normales IGF-1 wird schnell von IGFBPs gebunden und inaktiviert. HWZ wenige Stunden. LR3 bindet 1000× schlechter an IGFBPs und bleibt deshalb 20–30h biologisch aktiv. Das macht LR3 systemisch viel wirksamer, aber auch riskanter.
Kann IGF-1 LR3 Krebs auslösen?
Es verursacht keinen Krebs direkt, aber es kann vorhandene Tumorzellen wachsen lassen, weil diese oft viele IGF-1-Rezeptoren haben. Bei unentdecktem Tumor ist das ein ernstes Risiko. Deshalb ist IGF-1 LR3 für ältere Personen, Personen mit erhöhtem Krebsrisiko oder ohne saubere Vorsorge-Diagnostik besonders gefährlich.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für IGF-1 LR3 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,02–0,06 mg
niedrig · 0,02 mghoch · 0,06 mg
Frequenz: Täglich (post-workout)
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration0,33 mg/ml
Abzug6 U
020406080100U6.00 U0.060 ml
1 mg Vial + 3 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,02 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema4 Phasen
Zyklus: 4–6 Wochen, danach mind. 4 Wochen Pause. Längere Zyklen verlieren Wirksamkeit.
Tägliche subkutane Injektion über 4–6 Wochen, kürzere Zyklen wegen Rezeptor-Desensitivierung.
Zum Protokoll
Fact Sheet

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