Noopept
Noopept ist ein in Russland entwickeltes, schluckbares Nootropikum, das Gedächtnis und Konzentration unterstützen soll. Die meisten Studien stammen aus Russland, unabhängige Daten sind dünn. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es nicht als Arzneimittel zugelassen.
Fachangaben
Auch bekannt als: GVS-111, Omberacetam
N-Phenylacetyl-L-prolylglycin-ethylester
Quick Start Guide
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Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Noopept und wie wirkt es?
Noopept ist ein winziges, künstlich hergestelltes Peptid (ein Dipeptid) aus der Gruppe der Nootropika, also Substanzen, die die geistige Leistung verbessern sollen. Es wurde in Russland aus einem körpereigenen Nervenbotenstoff (Cycloprolylglycin) abgeleitet. Anders als viele Peptide kann es geschluckt werden. In der DACH-Region ist Noopept kein zugelassenes Arzneimittel.
Noopept (GVS-111) ist ein 1996 in Russland synthetisiertes Dipeptid-Analogon des Nootropikums Piracetam, strukturell abgeleitet vom endogenen Neuropeptid Cycloprolylglycin. Es ist oral aktiv und wirkt bereits in deutlich niedrigeren Dosen als Piracetam. In Russland ist Noopept als Arzneimittel verfügbar, im westlichen Raum besitzt es keine Zulassung und wird im Graubereich als „Forschungschemikalie" oder Nahrungsergänzung vertrieben. Die klinische Evidenz stammt fast ausschließlich aus russischen Studien mit kleinen Fallzahlen.
Wirkungsweise
Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt, diskutiert werden mehrere Ansätze:
- Im Körper entsteht teilweise der körpereigene Nervenbotenstoff Cycloprolylglycin mit nootroper Wirkung.
- Es soll die Bildung von Nervenwachstumsfaktoren (BDNF und NGF) fördern.
- Es zeigt in Laborversuchen schützende, antioxidative Effekte auf Nervenzellen.
Noopept wird im Körper teilweise zu Cycloprolylglycin metabolisiert, einem endogenen Neuropeptid mit nootroper Wirkung. Diskutierte Mechanismen umfassen eine erhöhte Expression von BDNF und NGF (neurotrophe Faktoren), antioxidative/neuroprotektive Effekte gegen Glutamat- und oxidativen Stress sowie eine Modulation cholinerger und glutamaterger Übertragung. Die genauen molekularen Zielstrukturen sind nicht vollständig geklärt.
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „Verbesserung kognitiver Leistung“ ist in Humanstudien belegt.
- Die Anwendung ist vergleichsweise einfach, da der Wirkstoff oral eingenommen werden kann.
Spricht dagegen
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
- Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Reizbarkeit / Unruhe und Kopfschmerzen.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Die Datenlage ist gemischt, von Humanstudien bis zu Laborversuchen:
- In einer kontrollierten russischen Studie verbesserte Noopept die geistige Leistung bei leichten kognitiven Störungen, vergleichbar mit oder besser als Piracetam (Evidenzgrad B).
- Im Reagenzglas schützte es Nervenzellen vor Überreizung und oxidativem Stress (frühe Laborhinweise).
- In Tierversuchen wirkte es dem Vergessen entgegen, auch nach Einnahme über den Mund.
Verbesserung kognitiver Leistung
In einer kontrollierten russischen Studie verbesserte Noopept bei leichten kognitiven Störungen vaskulärer/traumatischer Genese die kognitive Leistung vergleichbar oder besser als Piracetam.
PubMed-Quelle →Neuroprotektion
In vitro schützte GVS-111 Neuronen vor Glutamat-Toxizität und oxidativem Stress und hemmte die Anreicherung freier Radikale.
PubMed-Quelle →Antiamnestische Wirkung (oral)
Das Prolin-haltige Dipeptid behielt nach oraler Gabe seine antiamnestische Aktivität bei. Grundlage der oralen Anwendbarkeit.
PubMed-Quelle →Dosierung und Anwendung
In den Studien wurde Noopept geschluckt:
- Üblich waren 10 mg zweimal täglich, also 20 mg pro Tag.
- Es wirkt bereits in sehr kleinen Mengen, ein Merkmal vieler Nootropika.
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Dauer | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Leichte kognitive Störungen (Studie) | 10 mg | 2× täglich oral | 1,5–2 Monate | Russisches Studienschema, keine Anwendungsempfehlung |
Anwendungsformen
- Oral, also als Tablette oder Pulver zum Schlucken.
- Anders als viele Peptide bleibt es nach der Einnahme über den Mund wirksam.
Nebenwirkungen und Risiken
Berichtete Nebenwirkungen sind meist mild, die Datenbasis ist aber dünn:
- Reizbarkeit oder innere Unruhe.
- Kopfschmerzen.
- Schlafstörungen.
- Selten ein Anstieg des Blutdrucks.
Bekannte Nebenwirkungen
- •Reizbarkeit / Unruhe
- •Kopfschmerzen
- •Schlafstörungen
- •Selten: Blutdruckanstieg
- •Begrenzte unabhängige Sicherheitsdaten außerhalb russischer Studien
Kontraindikationen
- •Schwangerschaft und Stillzeit
- •Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung
- •Bekannte Überempfindlichkeit
- •Kinder und Jugendliche
Studienlage
Die Forschung stammt überwiegend aus Russland (Evidenzgrad B):
- ✅ Kontrollierte russische Studie mit Verbesserung der kognitiven Leistung.
- ⚠ Wenige unabhängige Studien außerhalb Russlands.
- ⚠ Belastbare Langzeitdaten am Menschen fehlen weitgehend.
Comparative studies of noopept and piracetam in the treatment of patients with mild cognitive disorders in organic brain diseases of vascular and traumatic origin
HumanNeznamov GG, Teleshova ES. (2009), Neuroscience and Behavioral Physiology
Kontrollierte russische Studie: Noopept (20 mg/Tag) war Piracetam bei leichten kognitiven Störungen vaskulärer/traumatischer Genese mindestens ebenbürtig und verbesserte Aufmerksamkeitsfunktionen.
PubMed →Neuroprotective properties of nootropic dipeptide GVS-111 in in vitro oxygen-glucose deprivation, glutamate toxicity and oxidative stress
In-vitroPelsman A, Hoyo-Vadillo C, Gudasheva TA, et al. (2003), International Journal of Developmental Neuroscience
In-vitro-Studie: GVS-111 (Noopept) schützte kortikale Neuronen vor Glutamat-Exzitotoxizität und oxidativem Stress.
PubMed →Proline-containing dipeptide GVS-111 retains nootropic activity after oral administration
TierOstrovskaya RU, Gudasheva TA, Voronina TA, Seredenin SB. (2002), Bulletin of Experimental Biology and Medicine
Tierstudie: Das Prolin-haltige Dipeptid GVS-111 behielt seine antiamnestische Wirkung auch nach oraler Gabe. Grundlage der oralen Anwendbarkeit von Noopept.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf meist als Forschungschemikalie oder Nahrungsergänzung.
- 🏅 WADA: nicht namentlich auf der Verbotsliste 2026.
In Russland als Arzneimittel zugelassen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht KEINE arzneimittelrechtliche Zulassung, der Vertrieb als Nahrungsergänzung ist rechtlich angreifbar, der Bezug erfolgt meist als „Forschungschemikalie" (RUO). Die Evidenz stammt überwiegend aus russischen Studien mit kleinen Fallzahlen und ist international nur begrenzt repliziert.
Nicht namentlich auf der WADA Prohibited List 2026.
Häufige Fragen zu Noopept
Ist Noopept ein Peptid?
Wie gut ist die Studienlage?
Ist Noopept in Deutschland zugelassen?
Macht Noopept klüger?
Ist Noopept dasselbe wie Piracetam?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Noopept sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Semax
Semax ist ein russisches Nootropikum-Peptid, abgeleitet vom ACTH-Fragment 4-10. In der Forschung zeigt es kognitionsfördernde, neuroprotektive sowie antidepressive Eigenschaften.
Selank
Selank ist ein anxiolytisches (angstlösendes) Peptid, das vom körpereigenen Tuftsin abgeleitet ist und in Russland als Arzneimittel gegen Angststörungen und Stress zugelassen ist.
Cerebrolysin
Standardisiertes Neuropeptid-Gemisch (porzin). In Europa für vaskuläre Demenzen in einigen Ländern zugelassen. In Deutschland und Österreich verschreibungspflichtig. Gut dokumentierte Neurotrophika-Forschung.