Octreotid
Handelsnamen:Sandostatin®Sandostatin LAR®
Octreotid (Sandostatin) ist ein zugelassenes Medikament, das die Ausschüttung von Wachstumshormon und anderen Botenstoffen bremst, eingesetzt bei Akromegalie und bestimmten hormonbildenden Tumoren.
Fachangaben
Auch bekannt als: SMS 201-995
Synthetisches zyklisches Octapeptid-Somatostatin-Analogon
Quick Start Guide
Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Octreotid und wie wirkt es?
Der Körper hat ein „Bremshormon" namens Somatostatin, das die Ausschüttung vieler anderer Hormone drosselt, es wirkt aber nur Sekunden. Octreotid ist eine stabile, langwirksame Nachbildung davon. Verkauft als Sandostatin.
Octreotid (SMS 201-995) ist ein synthetisches Octapeptid, das die Wirkung des körpereigenen Hormons Somatostatin nachahmt, jedoch deutlich stabiler und länger wirksam ist. Es bindet bevorzugt an die Somatostatin-Rezeptoren SSTR2 und SSTR5 und hemmt dadurch die Sekretion von Wachstumshormon (GH), IGF-1, Glukagon, Insulin und zahlreichen gastrointestinalen Hormonen. Octreotid ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugelassen, primär zur Behandlung der Akromegalie und zur Symptomkontrolle hormonaktiver neuroendokriner Tumoren (z. B. Karzinoid-Syndrom).
Wirkungsweise
Es dockt an Somatostatin-Rezeptoren an und drosselt mehrere Hormone:
- Weniger Wachstumshormon (GH) und IGF-1
- Weniger Insulin, Glukagon und Verdauungshormone
- Dämpft die Hormonflut hormonaktiver Tumoren
Octreotid ist ein Somatostatin-Rezeptor-Agonist mit hoher Affinität zu SSTR2 und SSTR5. Über diese Rezeptoren hemmt es die Freisetzung von Wachstumshormon aus der Hypophyse sowie die Sekretion zahlreicher gastroenteropankreatischer Hormone. Bei Akromegalie senkt es so GH- und IGF-1-Spiegel, bei neuroendokrinen Tumoren dämpft es die hormonbedingte Symptomatik und wirkt antiproliferativ.
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „Senkung von GH & IGF-1 (Akromegalie)“ ist in Humanstudien belegt.
- Die erwünschte Wirkung „Symptomkontrolle bei NET / Karzinoid“ ist in Humanstudien belegt.
Spricht dagegen
- Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Gastrointestinale Beschwerden und Gallensteine bei Langzeittherapie.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Zugelassene Einsatzgebiete (am Menschen belegt):
- Akromegalie (zu viel Wachstumshormon): senkt GH/IGF-1 und bessert Beschwerden
- Neuroendokrine Tumoren / Karzinoid-Syndrom: dämpft Symptome wie Flush und Durchfall
Senkung von GH & IGF-1 (Akromegalie)
In randomisierten Studien senkt Octreotid bei Akromegalie die Wachstumshormon- und IGF-1-Spiegel deutlich und bessert die Symptomatik.
PubMed-Quelle →Symptomkontrolle bei NET / Karzinoid
Octreotid dämpft die hormonbedingte Symptomatik (z. B. Flush, Diarrhö) hormonaktiver neuroendokriner Tumoren.
PubMed-Quelle →Antiproliferative Wirkung
In einer multizentrischen RCT zeigte Octreotid einen antiproliferativen Effekt auf GH-produzierende Hypophysentumoren.
PubMed-Quelle →Dosierung und Anwendung
Je nach Indikation:
- 0,05–0,2 mg, 2–3× täglich unter die Haut
- Oder Depotform (LAR): 20–30 mg alle 4 Wochen in den Muskel
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Akromegalie / NET (zugelassen) | 0,05–0,2 mg | 2–3× täglich s.c. | Einschleichend gemäß Fachinformation |
| Depotform (LAR) | 20–30 mg | alle 4 Wochen i.m. | Langwirksame Formulierung |
Anwendungsformen
Zwei Wege:
- Mehrmals täglich als Spritze unter die Haut
- Oder bequemer: monatliche Depotspritze in der Praxis
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Meist gut handhabbar, aber zu beachten:
- Bauchbeschwerden, Blähungen, Durchfall
- Gallensteine bei Langzeittherapie
- Schwankender Blutzucker (durch gehemmtes Insulin/Glukagon)
Bekannte Nebenwirkungen
- •Gastrointestinale Beschwerden (Diarrhö, Blähungen, Bauchschmerzen)
- •Gallensteine bei Langzeittherapie
- •Beeinträchtigte Glukosetoleranz
- •Reaktionen an der Injektionsstelle
- •Bradykardie
Kontraindikationen
- •Bekannte Überempfindlichkeit
- •Schwangerschaft und Stillzeit (strenge Indikationsstellung)
- •Vorsicht bei Gallenwegserkrankungen und Diabetes
Studienlage
Sehr solide:
- ✅ Seit Jahrzehnten zugelassen
- ✅ Randomisierte Studien bei Akromegalie und Tumoren
Evaluation of Terlipressin and In-Hospital Mortality in the Treatment of Hepatorenal Syndrome-Acute Kidney Injury (HRS-AKI)
HumanJohnson HN, et al. (2026), The Annals of pharmacotherapy
Eine Humanstudie untersuchte Octreotid (+ Midodrin) als Standardtherapie bei HRS-AKI. Im Vergleich zu Terlipressin zeigte diese eine höhere In-Hospital-Mortalität (70%) und ein geringeres Ansprechen.
PubMed →Fourteen-year bridge to cure in occult ectopic ACTH syndrome: resection of a 3-mm pulmonary carcinoid
HumanKoriyama N, et al. (2026), JCEM case reports
In einem Fallbericht über eine 68-jährige Frau mit okkultem ektopischem ACTH-Syndrom zeigte Octreotid (LAR) eine langfristige biochemische Stabilisierung. Es wurde untersucht, ob es die HPA-Achsen-Erholung nach Tumorrese…
PubMed →Octreotide in the Management of Chyle Leaks After Head and Neck Surgery: A Systematic Review of Cohort Studies
HumanJayakody N, et al. (2026), The Journal of laryngology and otology
Ein systematischer Review von Kohortenstudien untersuchte Octreotid im Management von Chyluslecks nach Kopf-Hals-Operationen, um die verfügbare Evidenz zu evaluieren.
PubMed →Rechtslage und Sport
Zugelassenes Arzneimittel:
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Verschreibungspflichtig, zugelassen (Sandostatin), nur mit Rezept.
Als Sandostatin® (und als Depot Sandostatin LAR®) in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugelassen und verschreibungspflichtig. Indikationen u. a. Akromegalie und hormonaktive neuroendokrine Tumoren. Bezug nur mit ärztlicher Verordnung.
Somatostatin-Analoga hemmen die GH-Ausschüttung (statt sie zu steigern) und sind nicht auf der WADA Prohibited List 2026.
Häufige Fragen zu Octreotid
Erhöht oder senkt Octreotid das Wachstumshormon?
Wofür wird Octreotid eingesetzt?
Was ist die LAR-Form?
Erhöht oder senkt es das Wachstumshormon?
Ist es leistungssteigernd?
Was bedeutet die LAR-Form?
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Octreotid sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Tesamorelin
Egrifta
Synthetisches GHRH-Analogon (44 AS). Als Egrifta in USA/Kanada für HIV-assoziierte Lipodystrophie zugelassen. In Phase-2-Studien auf kognitive Endpunkte untersucht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Graubereich.
Sermorelin
Geref
Synthetisches 29-Aminosäuren-Analogon des hypothalamischen Wachstumshormon-Releasing-Hormons (GHRH), das in klinischen Studien die körpereigene GH-Ausschüttung stimuliert.
GHRH (1-44)
GHRH (1-44) ist das vollständige natürliche Wachstumshormon-Releasing-Hormon des Hypothalamus und direkter Vorläufer des klinisch verwendeten Sermorelin (1-29).