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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Hormonsystem

Tesamorelin

Handelsnamen:Egrifta

Tesamorelin (Handelsname Egrifta) ist ein nachgebautes Hormonsignal, das den Körper anregt, mehr eigenes Wachstumshormon auszuschütten, und so tiefes Bauchfett abbaut. In den USA ist es als Medikament zugelassen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz dagegen nicht.

Klinisch belegtDE, AT, CH: Grauzone#15Rang 15 von 8067/100
AnwendungSubkutan (s.c.)
Typische Dosis2 mg/Tag s.c.
Halbwertszeit~26 Minuten (subkutan)
PubMed-Studien104+
Fachangaben

Auch bekannt als: TH9507

trans-3-Hexenoyl-GHRH(1-44)-NH2 (synthetisches GHRH-Analogon, 44 AS)

Quick Start Guide

Subkutan
2 mg täglich (FDA-Standarddosis), Forschungsbereich 1–2 mg/Tag.
Wie oft
1× täglich
Unter die Haut, bevorzugt am Bauch
Zeitpunkt
Vorzugsweise abends, nüchtern. Konsistente Tageszeit.
Wirkung ab wann
IGF-1-Anstieg nach 13 Tagen, messbare Fettreduktion nach 12–26 Wochen
Lagerung
Pulver bei 2–8 °C, angemischt bei 2–8 °C und innerhalb 7 Tagen aufbrauchen
6 Monate Standard, Fortführung bei Wirksamkeit.
Pause danach
Nach 6 Monaten Pause oder Fortführung je nach Wirksamkeit.
~26 Minuten (subkutan)
Verboten (S2.2)
Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Tesamorelin und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Tesamorelin ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen GHRH (Wachstumshormon-Releasing-Hormon) mit 44 Aminosäuren, ergänzt um eine chemische Modifikation (Hexenoyl-Gruppe) die es stabiler macht als das native Hormon. Es wurde von Theratechnologies entwickelt und ist in den USA und Kanada als Egrifta® für eine spezifische Indikation zugelassen: HIV-assoziierte Lipodystrophie, eine Fettstoffwechselstörung bei HIV-Patienten, bei der sich Bauchfett ansammelt und das Gesicht und die Gliedmaßen mager werden. Damit ist Tesamorelin das einzige GH-Sekretagogum mit offizieller Arzneimittelzulassung. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es diese Zulassung nicht.

Tesamorelin ist ein synthetisches Analogon des GHRH (44 AS) mit N-terminaler Hexenoyl-Gruppe für erhöhte Stabilität. Es wurde von Theratechnologies entwickelt und ist in den USA und Kanada als Egrifta für HIV-assoziierte Lipodystrophie zugelassen. Phase-2-Studien untersuchten auch kognitive Parameter und NASH.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Bindet an GHRH-Rezeptoren in der Hypophyse und stimuliert pulsatile GH-Ausschüttung.
  • GH stimuliert die Leber zur IGF-1-Produktion, ein wichtiger Wachstums- und Stoffwechselfaktor.
  • GH und IGF-1 erhöhen die Lipolyse (Fettabbau), besonders im viszeralen (Bauch-)Fettgewebe.
  • Unterliegt dem natürlichen Somatostatin-Feedback: Überdosierung ist durch körpereigene Bremsen begrenzt.

Tesamorelin bindet an GHRH-Rezeptoren in der Hypophyse und stimuliert pulsatile GH-Ausschüttung. Konsekutiv steigen IGF-1-Spiegel an. Die Lipolysewirkung im viszeralen Fettgewebe ist besonders gut dokumentiert.

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Viszerales Fettgewebe (HIV-Kontext)“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Kognitionsforschung“ ist in Humanstudien belegt.

Spricht dagegen

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff zu allen Zeiten verboten (WADA-Klasse S2.2).

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Gut belegte Wirkungen aus klinischen Studien:

  • Reduktion viszeralen Bauchfetts (CT-gemessen): Level A, Pivotal-Studien bei HIV-Patienten
  • IGF-1-Erhöhung: konsistent in Humanstudien, Level A
  • Kognitive Effekte: Phase-2-Hinweise bei älteren Erwachsenen mit GH-Defizienz, Level B
  • Körperzusammensetzung (Magermasse): moderate Verbesserungen in Phase-3-Studien, Level B
Alle klinischen Studien wurden an HIV-Patienten oder Personen mit GH-Defizienz durchgeführt. Extrapolation auf gesunde Personen ist spekulativ.

Viszerales Fettgewebe (HIV-Kontext)

Klinisch belegtHuman

Phase-3-Studien (Egrifta): Signifikante Veränderungen von viszeralem Fettgewebe (CT-Messung) bei HIV-Lipodystrophie-Patienten. Mechanismus: GH-stimulierte Lipolyse in viszeralen Adipozyten.

Kognitionsforschung

Solide EvidenzHuman

Phase-2-Daten (PMID 22926095): Effekte auf kognitive Parameter bei GH-Mangel-Modellen. Noch nicht Phase-3-validiert für diese Indikationen.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Klinisches Egrifta-Schema:

  • 2 mg subkutan täglich, immer zur gleichen Tageszeit
  • Injektionsstelle: Bauch (bevorzugt), abwechselnd rotieren
  • Nüchternzustand nicht zwingend, aber konsistente Bedingungen empfohlen
Kontraindiziert bei aktiven Malignomen, Hypophysentumoren, Schwangerschaft und diabetischer Retinopathie. Erhöht den Nüchternblutzucker.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Klinisches Schema (Egrifta)2 mg/Tag s.c.1× täglichNur in USA/Kanada mit Egrifta-Zulassung
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Subkutan: einzige validierte Route
  • Lyophilisiertes Pulver + Lösungsmittel (wie viele Peptide), täglich frisch zubereiten
  • Keine orale Form. Peptide dieser Größe werden im Magen abgebaut
  • Kliniksetting: unter ärztlicher Aufsicht (in den Zulassungsländern)
Subkutan (s.c.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Gut dokumentiert aus Phase-3-Studien:

  • Injektionsstellenreaktionen (Rötung, Schmerz), sehr häufig
  • Ödeme (Wassereinlagerungen) durch GH-Effekt
  • Arthralgien (Gelenkschmerzen)
  • Karpaltunnelsyndrom (bei GH-sensitiven Personen)
  • Nüchternblutzuckeranstieg, relevant bei Diabetes oder Insulinresistenz
Bei aktiven Krebserkrankungen absolut kontraindiziert. GH und IGF-1 können Tumorwachstum fördern.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Injektionsstellenreaktionen (häufig)
  • Ödeme
  • Arthralgien
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Nüchternblutzuckeranstieg

Kontraindikationen

  • Aktive Malignome
  • Hypophysentumore
  • Schwangerschaft
  • Diabetische Retinopathie

Studienlage

Einfach erklärt

Solide Zulassungsstudien. Evidenzlevel A:

  • ✅ LIPO-010A/B Phase-3: Signifikante Reduktion viszeralen Fetts (CT) vs. Placebo bei HIV-Patienten
  • ✅ McLarnon 2012 (Nat Rev Endocrinol): Kognitive Verbesserungen in Phase-2 bei älteren GH-defizienten Erwachsenen
  • ⚠ Alle Studien an spezifischen Patientengruppen, kein Gesunden-Datensatz

Neuroendocrinology: Tesamorelin can improve cognitive function

Human

McLarnon A (2012), Nature Reviews Endocrinology

Zusammenfassung einer Phase-2-Studie: Tesamorelin verbessert kognitive Funktion bei älteren Erwachsenen mit GH-Defizienz.

PubMed →

The emerging landscape of performance-enhancing peptides modulating GH-IGF1 axis: bridging the gap between clinical evidence and patient self-administration

Human

Dominikowski A, et al. (2026), Frontiers in Endocrinology

Eine Übersichtsarbeit kartiert die Evidenzlage leistungssteigernder Peptide entlang der GH-IGF-1-Achse und stellt die Lücke zwischen klinischen Daten und verbreiteter Selbstanwendung heraus. Für die meisten dieser Substanzen fehlen kontrollierte Studien am Menschen.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • USA/Kanada: Als Egrifta® zugelassen (HIV-Lipodystrophie), verschreibungspflichtig
  • WADA: Gesperrt (S2. GH-Releasing-Peptide und -Faktoren)
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

In den USA und Kanada als Egrifta zugelassen. Nicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugelassen. RUO-Kontext.

Im SportWADA: Verboten (S2.2)

GHRH-Analogon, in USA/Kanada als Egrifta für HIV-Lipodystrophie zugelassen → TUE möglich. In- und Out-of-Competition verboten.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Labormonitoring für Forschungszwecke

Kurzübersicht: In klinischen Studien (HIV-Lipodystrophie) etabliertes Monitoring: IGF-1 + metabolisches Panel.

Zeitplan:Vor Beginn->Nach 3 Monaten->Nach 6 Monaten
Essentiell
IGF-1

In FDA-zugelassenen Tesamorelin-Studien (Egrifta) ist IGF-1-Monitoring Bestandteil der klinischen Protokolle.

Zeitpunkt: Baseline, nach 3 MonatenRichtwert: ~100–350 ng/ml
Nüchternglukose

Tesamorelin erhöht Glukose und kann Insulinresistenz fördern (bekannte Nebenwirkung aus Humanstudien).

Zeitpunkt: Baseline, nach 3 MonatenRichtwert: < 100 mg/dl
HbA1c

In Tesamorelin-Studien gemessener Parameter: relevant für das Diabetesrisiko bei metabolisch vorbelasteten Personen.

Zeitpunkt: Baseline, nach 3–6 MonatenRichtwert: < 5,7 %
Empfohlen
Lipidprofil
LDL, HDL, Triglyzeride, Gesamtcholesterin

Tesamorelin reduziert in Studien viszerales Fett und verbessert oft Lipidwerte. Der Verlauf sollte dokumentiert werden.

Zeitpunkt: Baseline, nach 3 MonatenRichtwert: LDL < 100 mg/dl | HDL > 40 (M) / > 50 (F) mg/dl | TG < 150 mg/dl
Insulin nüchtern

Insulinresistenz-Index (HOMA-IR) berechenbar.

Zeitpunkt: Baseline, nach 3 MonatenRichtwert: 2–25 µIU/ml

Tesamorelin ist das einzige GHRH-Analogon mit klinischer Zulassung (USA). Monitoring-Protokolle basieren auf publizierten klinischen Daten.

Häufige Fragen zu Tesamorelin

Ist Tesamorelin dasselbe wie GHRH?
Tesamorelin ist ein synthetisches GHRH-Analogon mit einer Hexenoyl-Modifikation für längere Stabilität. Es hat denselben Wirkansatz wie natives GHRH, aber bessere Pharmakokinetik.
Wofür ist Tesamorelin zugelassen?
Tesamorelin ist in den USA (FDA) zur Reduktion von viszeralem Bauchfett bei HIV-assoziierter Lipodystrophie zugelassen. Es ist kein allgemeines Abnehmmittel. In der DACH-Region besteht keine breite Zulassung, die Anwendung außerhalb der Indikation erfolgt im Off-Label- oder Forschungskontext.
Wann wird Tesamorelin angewendet?
In Studien wurde es meist einmal täglich abends subkutan gespritzt, weil die natürliche Wachstumshormon-Ausschüttung nachts am stärksten ist. Alle Dosisangaben stammen aus Studien und sind keine Anwendungsempfehlung.
Ist Tesamorelin dasselbe wie CJC-1295?
Beide sind GHRH-Analoga, aber sehr verschieden: Tesamorelin ist GHRH(1-44) mit Hexenoyl-Modifikation (HWZ ~26 min), hat eine FDA-Zulassung und robuste klinische Daten. CJC-1295 ist GHRH(1-29) mit DAC-Bindungsmoiety (HWZ ~8 Tage), hat keine Zulassung und begrenzte klinische Daten. Tesamorelin ist pharmazeutisch klar besser charakterisiert.
Kann Tesamorelin bei gesunden Personen viszerales Fett abbauen?
Möglicherweise ja, der Mechanismus (GH-stimulierte Lipolyse) gilt biologisch für alle. Aber klinische Studien wurden ausschließlich bei HIV-Lipodystrophie-Patienten durchgeführt. Extrapolation auf Gesunde ist pharmakologisch plausibel, aber nicht durch Studien belegt. Und das Risiko-Nutzen-Verhältnis ist bei gesunden Personen unklar.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Tesamorelin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite1–2 mg
niedrig · 1 mghoch · 2 mg
Frequenz: Täglich (abends)
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration2,5 mg/ml
Abzug40 U
020406080100U40.0 U0.400 ml
5 mg Vial + 2 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 1 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema4 Phasen
Zyklus: 6 Monate Standard, Fortführung bei Wirksamkeit.
Tägliche subkutane Injektion über 6–12 Monate.
Zum Protokoll
Fact Sheet

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