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Gehirn & Kognition

Cortistatin-14

Cortistatin-14 ist ein Neuropeptid, das Somatostatin ähnelt, aber vor allem im Gehirn vorkommt, Tiefschlaf fördert und starke entzündungshemmende Eigenschaften hat, bisher nur in Tiermodellen.

VorklinischDE, AT, CH: Grauzone#49Rang 49 von 8048/100
AnwendungSubkutan (s.c.), Intravenös (i.v.), Intranasal
Typische Dosis0,07–0,7 mg/Tag (aus Tiermodell, 70 kg)
Halbwertszeit~5–10 Minuten
PubMed-Studien378+
Fachangaben

Auch bekannt als: CST-14, Cortistatin, Somatostatin-ähnliches Neuropeptid

Cyclo(Cys-Lys-Asn-Phe-Phe-Trp-Lys-Thr-Phe-Ser-Ser-Cys)-Lys-Asn-NH2

Auf einen Blick

AnwendungSubkutan (s.c.), Intravenös (i.v.), Intranasal
Typische Dosis0,07–0,7 mg/Tag (aus Tiermodell, 70 kg)
Halbwertszeit~5–10 Minuten
ForschungslageBegrenzt (C)
FrequenzTäglich
PubMed-Studien378+

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Cortistatin-14 und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Cortistatin-14 (CST-14) ist ein endogenes Neuropeptid aus 14 Aminosäuren, 1996 im Kortex und Hippocampus von Lecea et al. entdeckt. Trotz starker struktureller Ähnlichkeit zu Somatostatin-14 (11 von 14 Aminosäuren identisch) ist es ein eigenständiges Peptid mit einzigartigen Wirkungen. Es wird hauptsächlich in GABAergen Interneuronen exprimiert und hat neben den Somatostatin-Rezeptoren auch einen eigenen Rezeptor (MRGPRX2). Besondere Forschungsinteressen: Schlafförderung, Kognitionsmodulation und starke entzündungshemmende Wirkung in Tier-Entzündungsmodellen.

Cortistatin-14 wurde 1996 von Lecea et al. im Kortex und Hippocampus des Gehirns entdeckt. Trotz struktureller Ähnlichkeit zu Somatostatin-14 (11/14 identische Aminosäuren) bindet Cortistatin auch an einen eigenen Rezeptor (MRGPRX2) und hat ein davon abweichendes Wirkprofil. Es wird hauptsächlich in GABAergen Interneuronen exprimiert und fördert Delta-Wellenschlaf (Tiefschlaf). In entzündlichen Modellen (Colitis, Arthritis, Sepsis) wirkt es protektiv.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Bindet an alle fünf Somatostatin-Rezeptoren (SSTR1–5)
  • Bindet zusätzlich an Ghrelin-Rezeptor GHS-R1a und MRGPRX2 (einzigartig)
  • Hemmt neuronale Aktivität (Gi/o, cAMP-Hemmung, K⁺-Hyperpolarisation)
  • Erhöht GABAerge Signale → Tiefschlaf-Förderung (Delta-Wellen)
  • Entzündungshemmung: NF-κB-Hemmung, Makrophagen-Suppression

Cortistatin-14 bindet an alle fünf Somatostatin-Rezeptoren (SSTR1-5) und zusätzlich an den Ghrelin-Rezeptor GHS-R1a sowie MRGPRX2. Es hemmt neuronale Aktivität über Gi/o-Proteine (Hemmung der Adenylylzyklase), erhöht K⁺-Leitfähigkeit (Hyperpolarisation) und aktiviert GABA-erge Signalwege. Die entzündungshemmende Wirkung erfolgt über Hemmung von NF-κB und Makrophagenaktivierung.

Spricht dafür

  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.

Spricht dagegen

  • Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

In Tiermodellen gut dokumentiert, beim Menschen noch nicht klinisch untersucht:

  • Tiefschlaf-Förderung: Erhöhung von Delta-Wellen im EEG (Tiermodelle)
  • Entzündungshemmung in Colitis-, Arthritis- und Sepsis-Modellen
  • Kognitionsmodulation: beeinflusst hippocampale Theta-Rhythmen
  • Neuroprotektive Eigenschaften in ischämischen Modellen
Alle Effekte aus Tiermodellen. Keine Humanstudien. Kurze Halbwertszeit (~5–10 Min.) macht systemische Wirkung bei subkutaner Gabe unsicher.

Schlafförderung (Delta-Wellen)

VorklinischTier

Intracerebroventrikuläre Gabe erhöht Delta-Wellenschlaf in Tiermodellen signifikant.

PubMed-Quelle →

Entzündungshemmung

VorklinischTier

Starke Hemmung von Entzündungsreaktionen in Colitis- und Arthritis-Modellen.

Kognitionsmodulation

VorklinischTier

Beeinflusst hippocampale Theta-Rhythmen und kognitive Flexibilität in Tiermodellen.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Keine validierten Humandosen. Aus Tiermodellen extrapoliert:

  • 0,07–0,7 mg täglich (aus 70-kg-Körpergewicht-Extrapolation)
  • Subkutan, intravenös oder intranasal in Forschungsprotokollen
  • Sehr kurze HWZ, möglicherweise mehrmalige Tagesgaben nötig
Nur präklinische Referenzwerte. Somatostatin-ähnliche Effekte: theoretischer Blutdruckabfall und GH-Suppression.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Forschungsprotokoll (Tier)0,001–0,01 mg/kgNach VersuchsprotokollNur präklinische Referenz
Dosierungsrechner →

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Subkutan, intravenös oder intranasal
  • Lyophilisiertes Pulver, Rekonstitution nötig
  • Sehr temperaturempfindlich
  • Kurze HWZ: Timing kritisch für gewünschten Effekt
Subkutan (s.c.)Intravenös (i.v.)Intranasal

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Sicherheitsprofil beim Menschen: unbekannt, mit somatostatinähnlichen Risiken:

  • Theoretisch: Hypotension (durch Somatostatin-Rezeptor-Aktivierung)
  • GH-Suppression möglich (SSTR2-Aktivierung)
  • Herzrhythmus-Effekte (Somatostatin-Rezeptoren im Herz)
  • Keine Humantoxikologie-Daten
Humananwendung ohne klinische Grundlage. Somatostatin-ähnliches Risikoprofil nicht auszuschließen.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Unbekanntes Humansicherheitsprofil
  • Theoretisch: Hypotension (Somatostatin-ähnlich)
  • Potenziell: GH-Suppression

Kontraindikationen

  • Humananwendung ohne klinische Grundlage

Studienlage

Einfach erklärt

Cortistatin-14 hat eine moderate Publikationslage, Evidenzniveau C:

  • ✅ Nature-Erstpublikation 1996: Neuropeptid mit schlafmodulierenden Eigenschaften (Lecea et al.)
  • ✅ Entzündungshemmung in multiplen Tiermodellen (Colitis, Arthritis, Sepsis) gut dokumentiert
  • ✅ Einzigartiges Rezeptorbindungsprofil (SSTR + MRGPRX2) gut charakterisiert
  • ❌ Keine Humanstudien
  • ⚠ Kurze HWZ limitiert pharmazeutische Entwicklung

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • 🏅 Nicht auf der WADA-Liste
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Kein Arzneimittel, rein experimentell. Forschungschemikalie.

Im SportWADA: Erlaubt

Somatostatin-Analogon. Nicht auf der WADA-Liste.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu Cortistatin-14

Ist Cortistatin-14 dasselbe wie Somatostatin?
Nein. Cortistatin und Somatostatin sind strukturell ähnlich und binden gleiche Rezeptoren, haben aber unterschiedliche biologische Profile. Cortistatin ist auf das ZNS konzentriert, fördert Schlaf und hat entzündungshemmende Wirkungen. Somatostatin wirkt primär peripher und hemmt GH, Insulin und Glukagon.
Könnte Cortistatin-14 als Schlafmittel entwickelt werden?
Theoretisch interessant, aber die kurze Halbwertszeit (~5–10 Min.) ist ein großes pharmazeutisches Problem. Ohne chemische Modifikation (wie PEGylierung) bleibt es zu kurzlebig für eine klinische Entwicklung. Außerdem fehlen Humanstudien komplett.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Cortistatin-14 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,07–0,7 mg
niedrig · 0,07 mghoch · 0,7 mg
Frequenz: Täglich
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration2,5 mg/ml
Abzug2,8 U
020406080100U2.80 U0.028 ml
5 mg Vial + 2 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,07 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Fact Sheet

Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent

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