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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Fitness

SLU-PP-332

SLU-PP-332 ist eine experimentelle Substanz, die dieselben Rezeptoren des Energiestoffwechsels anspricht, die auch Ausdauertraining hochreguliert. In den Medien heißt sie „Sport in einer Pille". Getestet wurde sie bisher nur an Mäusen.

Frühe ForschungDE, AT, CH: Grauzone#73Rang 73 von 8028/100
AnwendungOral, Subkutan (s.c.)
Typische Dosis10–30 mg/Tag
HalbwertszeitUnbekannt (Pharmakokinetik beim Menschen nicht etabliert)
PubMed-Studien13+
Fachangaben

Auch bekannt als: ERR-Agonist, Exercise-in-a-pill

(E)-N-(4-(Trifluoromethyl)benzyl)-N-(pyridin-3-yl)acrylamid-Derivat (ERRα/β/γ-Agonist)

Auf einen Blick

AnwendungOral, Subkutan (s.c.)
Typische Dosis10–30 mg/Tag
HalbwertszeitUnbekannt (Pharmakokinetik beim Menschen nicht etabliert)
FrequenzTäglich (oral, präklinisch)
PubMed-Studien13+

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist SLU-PP-332 und wie wirkt es?

Einfach erklärt

SLU-PP-332 ist kein Peptid, sondern ein kleines organisches Molekül (ERR-Agonist), das die sogenannten estrogen-related receptors (ERRα, ERRβ, ERRγ) aktiviert. Diese Rezeptoren steuern den Energiemetabolismus der Mitochondrien und werden durch Ausdauertraining natürlich hochreguliert. SLU-PP-332 soll diesen Weg ohne körperliche Belastung nachahmen. Bislang gibt es ausschließlich Mausdaten, klinische Studien haben noch nicht begonnen.

SLU-PP-332 ist streng genommen kein Peptid, sondern ein kleines synthetisches organisches Molekül (Peptidomimetikum bzw. niedermolekularer Agonist). Es wurde von Forschern der Washington University in St. Louis entwickelt und 2023 in Nature Communications publiziert. SLU-PP-332 ist ein pan-Agonist der Estrogen-Related Receptors α, β und γ (ERRα/β/γ), nukleäre Rezeptoren, die mitochondriale Biogenese und metabolische Anpassung steuern. In Mausexperimenten liefen behandelte Tiere ohne vorheriges Training signifikant weiter auf dem Laufband. Dazu kamen eine verringerte Fettmasse und verbesserte metabolische Profile. Das brachte SLU-PP-332 mediale Aufmerksamkeit als "Trainings-in-einer-Pille"-Kandidat ein. Diese Ergebnisse stammen ausschließlich aus Tier- (Maus-)Modellen. Toxikologie, Pharmakokinetik und Sicherheit beim Menschen sind kaum untersucht. SLU-PP-332 ist kein Peptid und befindet sich in einem sehr frühen Forschungsstadium. Humanstudien fehlen vollständig. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es nicht als Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel zugelassen.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Aktiviert ERRα, ERRβ, ERRγ. Rezeptoren des mitochondrialen Energiestoffwechsels
  • Induziert ähnliche Genexpressionsmuster wie Ausdauertraining
  • Erhöht mitochondriale Biogenese (mehr Kraftwerke in den Zellen)
  • Verbessert Fettsäureoxidation
  • In Mäusen: bessere Ausdauerleistung und Gewichtsabnahme ohne Diät

Pan-ERR-Agonist (ERRα, ERRβ, ERRγ). ERR-Aktivierung stimuliert Transkriptionsprogramme der mitochondrialen Biogenese (PGC-1α-Koaktivierung), der Fettsäureoxidation und der oxidativen Phosphorylierung. Diese Programme überlappen teilweise mit den Adaptionen, die Ausdauertraining auslöst.

Spricht dafür

  • Die Anwendung ist vergleichsweise einfach, da der Wirkstoff oral eingenommen werden kann.
  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.

Spricht dagegen

  • Die Forschung ist sehr begrenzt und überwiegend auf Labor- und Tierversuche beschränkt — verlässliche Studien am Menschen fehlen weitgehend.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Alles bisher Bekannte stammt aus Mausstudien (2023):

  • In Mäusen: Ausdauersteigerung um ~70% (Laufband-Tests)
  • Gewichtsabnahme ohne Kalorienreduktion in Fettleibigkeits-Mausmodellen
  • Verbesserter Fettstoffwechsel und Glukose-Homeostase
Keinerlei Humandaten. Das Maus-zu-Mensch-Translationsproblem ist bei metabolischen Substanzen besonders schwierig. Diese Ergebnisse sind sehr früh und provisorisch.

Mitochondriale Biogenese

Frühe ForschungTier

Steigerung der mitochondrialen Dichte und Effizienz im Muskelgewebe von Mäusen (Ahmt Ausdauertraining nach).

Ausdauersteigerung

Frühe ForschungTier

Behandelte Mäuse konnten im Tiermodell ohne vorheriges Training deutlich längere Distanzen laufen.

Fettmasse-Reduktion

Frühe ForschungTier

Beobachtung einer reduzierten Fettmasse bei Mäusen aufgrund von gesteigerter oxidativer Phosphorylierung.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Keine Humandosis existiert. Mausstudien-Dosen sind nicht direkt übertragbar.

  • Mausstudien: 100 mg/kg i.p. viel zu hoch für direkte Humanübertragung
  • Humandosis komplett unklar, keine Pharmakokinetik beim Menschen bekannt
Absolut keine Daten zur sicheren Humandosis. Selbstexperimentation ist hier besonders riskant.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Forschungsanwendung (Tier)15–25 mg/kgTäglichAusschließlich präklinische Dosis. Keine Humandaten vorhanden.
Dosierungsrechner →

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Nur in Tierversuchen: intraperitoneal (Bauchfell-Injektion)
  • Keine Humanformulierung bekannt
  • Oral-Bioverfügbarkeit beim Menschen noch nicht getestet
OralSubkutan (s.c.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Sicherheitsprofil beim Menschen: komplett unbekannt.

  • ERRα/γ-Aktivierung greift tief in den Energiestoffwechsel ein, unbekannte Nebeneffekte
  • ERR-Rezeptoren auch in Herzmuskel, Leber, Gehirn, systemische Risiken unklar
  • Keine Toxikologiedaten für Menschen
  • Mögliche Interaktion mit hormonellen Systemen (ERR = estrogen-related)
SLU-PP-332 ist ein früher Forschungskandidat, es gibt keine Daten zur Sicherheit beim Menschen.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Toxikologie beim Menschen völlig unbekannt
  • Langzeiteffekte der künstlichen ERR-Aktivierung ungewiss

Kontraindikationen

  • Fehlende Humandaten (jegliche Anwendung beim Menschen ist höchst experimentell)

Studienlage

Einfach erklärt

SLU-PP-332 hat eine sehr schmale Publikationslage, Evidenzniveau D:

  • ✅ Mausstudien 2023: deutliche Effekte auf Ausdauer und Körperfett
  • ⚠ Nur ein Tiermodell. Mäuse sind für Sportstoffwechsel ein schwieriges Modell
  • ❌ Keine Humandaten, keine Phase-1-Studie
  • ❌ Mechanismus (ERR-Aktivierung) interessant, aber komplexes downstream-Geschehen unklar

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Nicht zugelassen. Eigenanwendung nicht legal, nur als Research Chemical (RUO) erhältlich.
  • 🏅 WADA: noch nicht explizit gelistet, da präklinisch, fällt aber unter den catch-all „andere Stoffe"
  • ⚠ Kein legaler Vertriebsweg für Menschen in der EU
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Kein Arzneimittel, in einem sehr frühen experimentellen Forschungsstadium. Verkauf als Forschungschemikalie.

Im SportWADA: Erlaubt

ERRα/γ-Agonist. Nicht explizit auf der WADA-Liste (Stand 2026). Bei zukünftiger Aufnahme könnten PPAR-δ-Analoga-Regeln greifen.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu SLU-PP-332

Ist SLU-PP-332 ein Peptid?
Nein, SLU-PP-332 ist ein kleines organisches Molekül (niedermolekularer ERR-Agonist), kein Peptid. Es wird im Kontext von Peptid-Forschungs-Angeboten manchmal mitgeführt, gehört aber chemisch zu einer anderen Substanzklasse.
Warum hört man so viel über SLU-PP-332, obwohl es keine Humandaten gibt?
Die Idee ist griffig: Training in Pillenform. Medien haben die Mausstudie 2023 stark aufgegriffen. Aber der Weg von der Maus zum Menschen ist weit, viele Substanzen mit starken Mausdaten scheitern in Phase 1. SLU-PP-332 hat noch nicht mal eine Phase-1-Studie begonnen.
Ist das GW501516 (Cardarine)?
Nein, ähnliche Idee, anderer Mechanismus. Cardarine aktiviert PPARδ, SLU-PP-332 aktiviert ERRα/β/γ. Cardarine wurde wegen Krebsrisikos in Tierstudien gestoppt. Ob SLU-PP-332 ähnliche Probleme hat, ist unbekannt.
Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für SLU-PP-332 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite10–30 mg
niedrig · 10 mghoch · 30 mg
Frequenz: Täglich (oral, präklinisch)
Im Dosierungsrechner öffnen
Fact Sheet

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