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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Regeneration

ARA-290

ARA-290 ist der Teil des Doping-Hormons EPO, der Gewebe schützt, ohne die Blutbildung anzuregen. In einer placebokontrollierten Studie senkte es die Schmerzen bei einer Nervenerkrankung. Zugelassen ist es nicht.

Solide EvidenzDE, AT, CH: Grauzone#29Rang 29 von 8060/100
AnwendungSubkutan (s.c.)
Typische Dosis2–4 mg/Tag
Halbwertszeit~2–4 Stunden
PubMed-Studien73+
Fachangaben

Auch bekannt als: Cibinetide, ARA290, Helix-B-Oberflächenpeptid

Cyclo-BCON: Ile-Gln-Cys-Ala-Glu-Ser-Leu-Leu-Lys-Asp-Ala-Leu-Tyr-Glu-Leu-NH2 (nicht-hämatopoetisches Erythropoetin-Mimetikum)

Quick Start Guide

Subkutan
2–4 mg täglich, Zieldosis 4 mg
Wie oft
1× täglich, in Studien 3× wöchentlich
Unter die Haut, Injektionsstelle wechseln
Zeitpunkt
Tageszeitlich flexibel und konstant, nahrungsunabhängig
Wirkung ab wann
Erste Effekte nach 7–14 Tagen, Höhepunkt der Wirkung nach 4–6 Wochen
Lagerung
Pulver bei −20 °C. Angemischt bei 2–8 °C, innerhalb 28 Tagen aufbrauchen, nicht einfrieren.
4–8 Wochen Standard, bis 16 Wochen je nach Ansprechen
Pause danach
Nach 8–16 Wochen Pause oder Erhaltung je nach Ansprechen
~2–4 Stunden
Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist ARA-290 und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Erythropoetin (EPO) kennt man vor allem als Dopingmittel: Es lässt mehr rote Blutkörperchen entstehen und erhöht die Ausdauerleistung. Aber EPO kann noch viel mehr, es hat auch einen "Gewebeschutz-Modus". ARA-290 (auch: Cibinetide) ist genau dieses Gewebeschutz-Fragment: 11 Aminosäuren aus der Oberfläche des EPO-Moleküls, die nur den schützenden Rezeptor aktivieren, nicht den blutbildenden. Kein Doping-Effekt, kein erhöhter Hämatokrit.

ARA-290 ist ein synthetisches 11-Aminosäuren-Peptid, das von der Helix-B-Oberfläche des Erythropoetins (EPO) abgeleitet ist. Während EPO primär die Hämatopoese stimuliert, aktiviert ARA-290 selektiv den sogenannten Tissue-Protective-Receptor (TPR), einen Heterodimer aus β-CR (β-common receptor) und EPOR. Diese Aktivierung ist von der hämatopoetischen Wirkung getrennt, weshalb ARA-290 die Blutbildung nicht stimuliert. Die an den Hämatokrit gebundenen EPO-Risiken entfallen damit. In klinischen Phase-1/2-Studien bei Sarkoidose-assoziierter Small-Fiber-Neuropathie verringerte ARA-290 die Schmerzen signifikant. Für die Nervenfaserdichte ergab sich im Phase-2-RCT kein signifikanter Effekt.

Wirkungsweise

Einfach erklärt

ARA-290 aktiviert selektiv den sogenannten "Tissue-Protective Receptor" (TPR), den Gewebeschutz-Rezeptor des EPO-Systems:

  • Zellen werden vor dem Tod geschützt (antiapoptotische Signale)
  • Entzündungen werden gedämpft. Makrophagen wechseln in einen heilungsfreundlichen Modus
  • Das Immunsystem wird moduliert, dendritische Zellen werden aktiviert
  • Keine Stimulation der Blutbildung, kein EPO-ähnliches Risiko

ARA-290 aktiviert selektiv den Tissue-Protective-Receptor (TPR), der aus EPOR und β-CR zusammengesetzt ist. Dies löst intrazellulär antiapoptotische (Akt, Bcl-2) und antiinflammatorische (NF-κB-Hemmung, IL-10-Förderung) Signalwege aus. Zudem stimuliert es die Migration dendritischer Zellen und reduziert die Aktivierung von Makrophagen (M1→M2 Shift).

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Reduktion von Small-Fiber-Neuropathie“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Entzündungshemmung“ ist in Humanstudien belegt.

Spricht dagegen

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
  • Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Injektionsstellen-Reaktionen und Kopfschmerzen.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

ARA-290 ist eines der wenigen Regenerations-Peptide mit einer randomisierten, placebo-kontrollierten Human-Studie:

  • Signifikante Schmerzreduktion bei Sarkoidose-Neuropathie (Phase-2-RCT)
  • Entzündungshemmung systemisch, in klinischen Beobachtungen
  • Neuroprotektion nach ischämischen Ereignissen, in Tiermodellen
  • Mögliche Verbesserung der Insulinsensitivität, frühe Tierdaten

Reduktion von Small-Fiber-Neuropathie

Solide EvidenzHuman

Phase-2-RCT bei Sarkoidose-Patienten zeigt signifikante Schmerzreduktion, keine signifikante Verbesserung der Nervenfaserdichte.

PubMed-Quelle →

Entzündungshemmung

Solide EvidenzHuman

Reduziert systemische Entzündungsmarker (TNF-α, IL-6) in klinischen Beobachtungen.

Neuroprotektion

VorklinischTier

Schützt neuronales Gewebe nach ischämischen Ereignissen in Tiermodellen.

Verbesserung der Insulinsensitivität

VorklinischTier

Frühe Daten zeigen metabolische Verbesserungen in Tiermodellen für Typ-2-Diabetes.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Aus der klinischen Phase-2-Studie:

  • 4 mg, dreimal pro Woche, subkutan injiziert
  • Halbwertszeit ~2–4 Stunden
Diese Angaben stammen aus einer klinischen Studie bei einer spezifischen Erkrankung. Es gibt keine validierten Dosierungen für andere Anwendungsfälle. Immer zuerst mit einem Arzt sprechen.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Neuropathie (klinische Studie)4 mg3× wöchentlich s.c.Aus publizierten Phase-2-Daten
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Spritze unter die Haut (subkutan), einzige valide Methode
Subkutan (s.c.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

In klinischen Studien war ARA-290 gut verträglich, anders als EPO selbst:

  • Lokale Injektionsreaktionen, leicht und vorübergehend
  • Gelegentlich Kopfschmerzen
  • Keine hämatopoetischen Nebenwirkungen, kein erhöhtes Thrombose- oder Polyzythämie-Risiko wie bei EPO
Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen EPO oder ähnliche Substanzen ist Vorsicht geboten. Schwangerschaft: nicht empfohlen.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Injektionsstellen-Reaktionen (leicht)
  • Kopfschmerzen (gelegentlich)
  • Keine hämatopoetischen Nebenwirkungen (kein EPO-ähnliches Risiko)

Kontraindikationen

  • Bekannte EPO-Überempfindlichkeit
  • Schwangerschaft

Studienlage

Einfach erklärt

Die Evidenz ist für ein Nischen-Peptid vergleichsweise solide, aber nicht durchweg positiv:

  • ✅ Moderate Publikationslage
  • ✅ Randomisierte, placebokontrollierte Phase-2-Studie (RCT) mit signifikanter Schmerzreduktion
  • ✅ Human-Sicherheitsdaten aus klinischen Studien
  • ❌ Primärendpunkt (Nervenfaserdichte) in der Studie nicht signifikant verbessert
  • ⚠ Kein zugelassenes Arzneimittel. Entwicklung läuft noch

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • EU Orphan Drug Status für Sarkoidose-Neuropathie, d. h. es läuft ein formales Zulassungsverfahren
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Kein zugelassenes Arzneimittel. Orphan-Drug-Status für Sarkoidose-Neuropathie in der EU. Als Forschungschemikalie in Grauzone.

Im SportWADA: Erlaubt

EPO-Analogon ohne Erythropoese-Aktivität. Nicht auf der WADA-Liste. Rein neurotrophische Wirkung in Forschung.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu ARA-290

Was ist der Unterschied zwischen ARA-290 und EPO?
EPO stimuliert primär die Blutbildung und erhöht den Hämatokrit, ein bekanntes Dopingmittel mit kardiovaskulären Risiken. ARA-290 aktiviert nur den gewebeschützenden Rezeptor (TPR), nicht den hämatopoetischen Signalweg. Es erhöht weder Hämatokrit noch stimuliert es Blutzellen.
Ist ARA-290 dasselbe wie EPO-Doping?
Nein, das ist der entscheidende Unterschied. EPO stimuliert die Blutbildung und erhöht den Hämatokrit (Dopingeffekt). ARA-290 aktiviert nur den Gewebeschutz-Rezeptor, nicht den blutbildenden Weg. Es gibt keinen hämatopoetischen Effekt und kein Dopingrisiko.
Für wen ist ARA-290 besonders relevant?
Aktuell hauptsächlich für Menschen mit Sarkoidose-assoziierter Small-Fiber-Neuropathie, das ist die einzige Indikation mit Phase-2-Daten. Für allgemeine Regeneration oder Sportanwendungen gibt es keine validen Daten.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für ARA-290 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite1–4 mg
niedrig · 1 mghoch · 4 mg
Frequenz: Täglich
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration8 mg/ml
Abzug12,5 U
020406080100U12.5 U0.125 ml
16 mg Vial + 2 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 1 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema4 Phasen
Zyklus: 4–8 Wochen Standard (klinische Studien: 28 Tage), Verlängerung bis 16 Wochen je nach Ansprechen.
Tägliche subkutane Injektion über 4–8 Wochen, optional bis 16 Wochen.
Zum Protokoll
Fact Sheet

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